Tennis gilt oft als elitärer Sport mit festen Regeln. Doch beim Symposium „Tennis zwischen Hochkultur und Pop“ in Mainz wird der Blick geweitet.
In SWR Kultur am Mittag sagt Organisatorin Clara-Franziska Plum: „Mich interessieren die Überschneidungen zwischen Sport, Theater, Musik und Gesellschaft.“ Tennis wird dabei nicht nur als Wettkampf verstanden, sondern als kulturelle Praxis mit Geschichte, Ritualen und Inszenierungen.
Zwischen Opernsaal und Center Court
Ein Beispiel für diese Verbindung ist die berühmte Ruhe auf dem Platz. „Das ‚Quiet please‘ kennen wir auch aus Oper und Konzert“, erklärt Plum. Solche Regeln seien Ausdruck sozialer Distinktion und hätten sich historisch entwickelt. Indirekt zeigt sich darin, dass Tennis nicht nur Sport ist, sondern auch ein Spiegel gesellschaftlicher Normen und kultureller Codes.
Pop, Politik und Gemeinschaft
Von Serena Williams bis zum lokalen Tennisverein reicht das Spektrum. Mode, Feminismus und Machtfragen spiegeln sich ebenso im Sport wie Fragen von Gemeinschaft und Demokratie. „Ein Tennisturnier funktioniert nur als Teamleistung“, sagt Plum.
Das Symposium an der Johannes Gutenberg-Universität plant, genau diese Perspektiven zusammenzubringen und zu zeigen, wie Sport, Kultur und Gesellschaft ineinandergreifen.