Glaubenssätze hinterfragen
„Das Stillen ist über die Kulturgeschichte hinweg verbunden mit einer extremen Faszination in allen Kulturen“, sagt Lisa Kreuzmann im Gespräch mit SWR Kultur. Es sei ein Symbol für Liebe, Wärme und allgemein gute Mutterschaft. Gerade die Stillmutter Maria, die das Jesuskind stillt, habe das heutige Bild sehr geprägt.
Der Titel ihres Buches „Stillen. Eine radikale Neubetrachtung“ beziehe sich auf das ideologische Erbe, dass jede Mutter automatisch mitbekomme, wenn sie ihr Baby ernähren möchte. „Die bestehenden Glaubenssätze, die ganz viele verinnerlicht haben, und die auch logisch und gut und schön klingen, sollten neu hinterfragt werden - um zu sehen wo sie herkommen und wozu sie geführt haben.“
Denn Frauen litten extrem darunter, wenn es mit dem Stillen nicht klappe. Und auch der Umgang mit Schmerzen beim Stillen müsse sich ändern, so Kreuzmann.
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Früher, etwa in den 1970er-Jahren, war Stillen nicht so en vogue. Viele Kinder wurden damals nur vier oder sechs Wochen gestillt. Stillen braucht aber Geduld. Gerade am Anfang muss man verschiedene Dinge probieren. Von Mirjam Kunze | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.