„Expertise muss erhalten bleiben“

Gefahr für unser kulturelles Erbe? Letzter umfassender Studiengang für Restaurierung vor dem Aus

Wer restauriert in Zukunft Deutschlands Kulturgüter? In Berlin steht an der Hochschule für Technik und Wirtschaft der letzte deutsche Studiengang, der die Konservierung und Restaurierung aller denkbaren Materialgruppen lehrt, vor dem Aus. Andere Unis haben vergleichbare Studiengänge bereits eingestellt. Ein Problem, findet die Archäologin Alexandra Busch.

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Verschiedene Materialien und Anforderungen

Zwar sei es nicht nötig, dass in jedem Bundesland an einer Universität oder Hochschule Restaurierung oder Konservierung unterrichtet würde, sagt Busch, Generaldirektorin des Leibniz-Zentrums für Archäologie in Mainz, in SWR Kultur. „Wir müssen aber schauen, dass in Deutschland die Expertise für die unterschiedlichen Objekte und ihre Bedarfe erhalten bleibt. Ansonsten können die Landesarchäologien, die Denkmalpflegeämter, ihrem gesetzlichen Auftrag nicht mehr nachkommen.“

Bei den Objekten handele es sich um eine große Vielfalt an Materialien mit unterschiedlichen Anforderungen, was auch die Spezialisierung von Restauratorinnen und Restauratoren erforderlich mache: „Diese Spezialisierungen reichen von moderner Kunst über Datenträger wie Filme und Fotos, technisches Kulturgut, Wandmalereien, Gemälde, Skulpturen, Papier, Grafiken, Textilien, Glas, Keramik, Stein oder Kunststoff.“

Insgesamt gehe es um mehr als das Bewahren von Objekten durch Archivarinnen und Archivare, so Busch: „Sie machen die Objekte ja auch für uns erst lesbar an vielen Stellen.“

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Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Martin Gramlich
Martin Gramlich, SWR Kultur Moderator
Interview mit
Prof. Dr. Alexandra Busch