Vor der CDU-Zentrale in Berlin steht seit dem 2. Dezember eine lebensgroße Bronzestatue von Walter Lübcke – aufgestellt vom Zentrum für Politische Schönheit. „Wenn man vor dem Haupteingang der CDU-Zentrale steht, kann man die Statue nicht übersehen“, sagt der Journalist Vladimir Balzer. Zugleich gehe sie „im Vergleich zur Massivität des CDU-Baus auf den ersten Blick fast ein wenig unter.“
Balzer ordnet die Aktion politisch und ästhetisch ein: „Das Zentrum für Politische Schönheit will mit dieser Statue die CDU an ihre Verantwortung erinnern.“ Lübcke stehe hier „als warnendes Symbol für die Verteidigung demokratischer Werte“. Die Künstler kritisierten, so Balzer weiter, dass die CDU „die einzige realistische Machtoption für die AfD als Kooperationspartner“ sei. Die Statue selbst erinnere an „eine Figur des sozialistischen Realismus, wie ein Großväterchen, das für sein Volk da ist.“
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Philipp Ruch | Aktionskünstler | So provoziert der Künstler mit seinen Aktionen | SWR1 Leute
Philipp Ruch ist Aktionskünstler – und er ist gegen Rechtsextremismus. Mit der Kombination aus beidem ist er bereits das ein oder andere Mal medial aufgefallen. Zum Beispiel als er vor dem Haus von AfD-Mann Björn Höcke das Holocaust-Mahnmal nachbaute. Oder als er einen Deepfake erstellte mit der Satireinitiative "Zentrum für politische Schönheit": Darin ist Bundeskanzler Scholz zu sehen, wie er ankündigt, ein AfD-Verbot zu beantragen. Dieses manipulierte Video durfte daraufhin nicht weiterverbreitet werden.
Aktuell hat Philipp Ruch in seinem Buch "Es ist 5 vor 1933" Chats und Mails gesammelt, die die Verfassungsfeindlichkeit der AfD deutlich machen sollen.
Der Aktionskünstler geht mit seinen provokanten Aktionen bewusst bis an die Grenzen des juristisch möglichen. Denn Philipp Ruch ist der Meinung, dass Kunst da aufhört, wo Gewalt beginnt!