Gespräch

Bundeskunsthalle: We Transform – Wie Bauen zur Überlebensfrage wird

Häuser, die auf den Wasserstand reagieren und Algen als Baumaterial: Wie die Zukunft des Bauens aussehen könnte, zeigt die Bundeskunsthalle in Bonn. Die Kuratorin Eva Kraus im Gespräch über ein neues Verständnis von Raum, Stadt und Konsum.

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Stand

Heute Abend eröffnet die Bundeskunsthalle Bonn die Ausstellung „We Transform – Zur Zukunft des Bauens“. Sie zeigt 80 Projekte, die konkrete Antworten auf Klimarisiken wie Hitze, Flut oder Trockenheit geben.

„Das Bauen ist ein riesiger Klimatreiber – wir müssen es neu denken“, sagt Kuratorin Eva Kraus. Gezeigt werden Materialien wie Algen oder Myzelien, smarte Architektur im Ahrtal und vor allem: der Aufbruch zu einem anderen Denken.

Regionale Lösungen, globale Ideen

Ob Hochwasserschutz im Ahrtal oder Baumaterial aus Algen „wir zeigen experimentelle und praktische Ansätze zugleich“, erklärt Kraus. Das Haus Glasner etwa lässt Wasser kontrolliert in den Keller eindringen – ohne das Wohnhaus zu beschädigen.

Gleichzeitig entstehen mit Biopolymeren und Pilzstrukturen neue Materialwelten, die Ressourcen schonen und Perspektiven fürs regenerative Bauen schaffen.

Jeppe Hein, Circular Appearing Rooms, 2018, Courtesy the Artist.
Abkühlung für zukünftige Hitzewellen? Jeppe Hein, Circular Appearing Rooms, 2018, Teil der Ausstellung der Bundeskunsthalle.

Verständnis von Raum, Stadt und Konsum

Es gehe um mehr als neue Technik – es gehe um ein neues Verständnis von Raum, Stadt und Konsum. „Wir müssen vom Learning ins Doing kommen“, fordert Kraus.

Entsiegelung, Bestandserhalt und kollektive Nutzung gehören für sie zu einem tiefgreifenden Kulturwandel. Die Ausstellung will diesen Wandel beschleunigen – gerade, wenn Politik und Wirtschaft andere Prioritäten setzen.

Architektur Denkmalschutz und Energiewende vereinbaren – Geht das?

Im Kampf gegen die Klimakrise hat die Politik begonnen, Denkmalregeln anzupassen. Innovationen wie Solardachziegel machen die klimafreundliche Sanierung von Baudenkmalen zwar leichter, doch noch gibt es viele Baustellen.

Das Wissen SWR Kultur

Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Martin Gramlich
Interview mit
Eva Kraus