Fotoklassen der Kunsthochschulen

Famose Fotoausstellung „Playlist“ rockt die Staatsgalerie Stuttgart

Die Staatsgalerie Stuttgart zeigt Fotografien von Studierenden zweier Stuttgarter Kunsthochschulen. Unter dem Titel „Playlist“ geht es vor allem darum, wie die Generation Z die Welt sieht.

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Stand

Von Autor/in Andreas Langen

Einladung an die Fotoklassen

Wenn eine Klasse einer Kunsthochschule die Einladung bekommt, in einer veritablen Staatsgalerie auszustellen, dann ist das ein Angebot von der Sorte, die man nicht ablehnen kann.

Obwohl vom ersten Moment an der Druck im Raum stand, dass auf so einem Niveau einfach alles klappen muss; schildern die Stuttgarter Studentin Xenia Wahl und ihre Fotografie-Professorin Ulrike Myrzik von der Akademie der Bildenden Künste am Weißenhof.

Laura Benner: Ich möchte nicht so aussehen wie der Rest der Stadt
Laura Benner: Ich möchte nicht so aussehen wie der Rest der Stadt. Pressestelle Staatsgalerie Stuttgart © Laura Benner Bild in Detailansicht öffnen
Ilya Netyosov: Psychedelic Map #2 (Urban Subtlety)
Ilya Netyosov: Psychedelic Map #2 (Urban Subtlety). Pressestelle Staatsgalerie Stuttgart © Ilya Netyosov Bild in Detailansicht öffnen
Motiv aus der Serie: Fear Of Missing Out von Maxim Schipko
Motiv aus der Serie: Fear Of Missing Out von Maxim Schipko. Pressestelle Staatsgalerie Stuttgart © Maxim Schipko Bild in Detailansicht öffnen
Miriam Häfele: Tiere, die durch Fenster schauen
Miriam Häfele: Tiere, die durch Fenster schauen. Pressestelle Staatsgalerie Stuttgart © Miriam Häfele Bild in Detailansicht öffnen
Josepha Stolz: Birke, Näherin
Josepha Stolz: Birke, Näherin. Pressestelle Staatsgalerie Stuttgart © Josepha Stolz Bild in Detailansicht öffnen
Maxim Schipko: Fear of Missing Out, 2025
Maxim Schipko: Fear of Missing Out, 2025. Pressestelle Staatsgalerie Stuttgart © Maxim Schipko Bild in Detailansicht öffnen
Leonie Bucher: touch me again
Leonie Bucher: touch me again. Pressestelle Staatsgalerie Stuttgart © Leonie Bucher Bild in Detailansicht öffnen

Die Einladung der Staatsgalerie ging parallel auch an die Professorin Anja Weber von der Stuttgarter Merz-Akademie. Es mussten sich also zwei Fotoklassen erst einmal zusammenraufen – 30 Studierende mit teils völlig unterschiedlichen Hintergründen und Herangehensweisen. Genau darin liegt aber auch der Reiz des Projektes, so Weber.

Wie schaut die Gen Z auf diese Welt?

Leonie Bucher: touch me again
Leonie Bucher: touch me again. Pressestelle Staatsgalerie Stuttgart © Leonie Bucher

Anja Weber: „Die meisten sind aus dieser Generation, die eigentlich vollständig im digitalen Zeitalter aufgewachsen ist und die auch eben diese Corona-Pandemie sehr stark abbekommen haben. Und diese Lebensrealitäten dieser Studierenden, die wollten wir anerkennen erstmal und schauen, wie gucken die eigentlich auf die Welt.“

Schlüsselbegriff und gleichzeitig Titel der Ausstellung ist „Playlist“ – eigentlich eine persönliche Auswahl von Musiktiteln, digital zusammengestellt. Für die Ausstellenden steckt in „Play“ und „List“ die Spannung zwischen individuellem Spiel und äußeren Faktoren wie Einordnen und Bewerten, erklärt Anja Weber.

Das wird an Themen wie Diskriminierung und Gleichberechtigung durchgespielt: Frauen im Handwerk, Powergirls in feministischen Rock-Bands, Lebensfreude und Stärke von Musliminnen.

„Playlist“ schlechter Nachrichten aus der Ukraine

Mariia Sviatohorova, aus der Serie: SFUMATO – in the context of war
Mariia Sviatohorova, aus der Serie: SFUMATO – in the context of war. Pressestelle Staatsgalerie Stuttgart © Mariia Sviatohorova

Mitten aus dem aktuellen Weltgeschehen kommen die Bilder von Mariia Sviatohorova . Die Ukrainerin, die seit zweieinhalb Jahren in Stuttgart studiert, hat Heimatbesuche bei ihren Eltern in Kiew fotografiert. Hier bedeutet „Playlist“ die zermürbende Dauerschleife von Angst und schlechten Nachrichten.

Nicht-Ukrainer haben das Privileg kleinerer Sorgen. Xenia Wahl hat Wachsblöcke auf den Fußboden gestellt, in denen Fotos eingeschmolzen sind – unscharfe, im Trüben versinkende Erinnerungen an eine unbeschwerte Kindheit.

Utopische Power kommt aus der Musik

Motiv aus der Serie: touch me again von Leonie Bucher
Leonie Bucher: touch me again. Pressestelle Staatsgalerie Stuttgart © Leonie Bucher

Für die schönen Momente ist in der Ausstellung „Playlist“ immer wieder die utopische Power zuständig, die jede Generation aufs Neue in ihrer Musik findet. Hier sind es ziemlich punkige, rebellische Sounds, wie von der Londoner Frauen-Anarcho-Band „Petrol Girls“.

Deren Song „Sister“ endet mit einem Dreiklang von Worten, auf die sich wohl alle Akteure dieser hinreißend quirligen und schillernden Playlist einigen können: Freundschaft, Solidarität, Liebe.

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