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„Meister der Apokalypse“ – ARD-Doku zum 70. Geburtstag von Roland Emmerich

Seit seinem Megaerfolg „Independence Day“ gilt Roland Emmerich in Hollywood als „Master of Desaster“. Kein anderer deutscher Regisseur war dort so erfolgreich. In Deutschland hat man den Schwaben dagegen lange belächelt. Die ARD-Doku gibt bisher ungesehene Einblicke in sein Privatleben.

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Von Autor/in Karsten Umlauf

Stimmung am Set mir Emmerich ist top

Über Roland Emmerich sprechen die, die mit ihm direkt gearbeitet haben, eigentlich immer in den höchsten Tönen: Mel Gibson, Jeff Goldblum, sein ehemaliger Co-Autor Dean Devlin oder der Effektmeister Volker Engel: die Stimmung am Set immer top, die Ansagen klar, die Vision nachvollziehbar. Und die Erfolgsbilanz ist trotz oft mäßiger Kritik atemberaubend.

Ab sofort in der ARD Mediathek „Meister der Apokalypse – Roland Emmerich”

Warum anschauen?
Ein Film über wahr gewordene Träume, unterdrückte Sexualität, die Regeln der Traumfabrik Hollywood und das Leben in Amerika.

Emmerich wird immer noch unter den Top 20 der Hollywood-Regisseure geführt, die die meisten Gewinne eingefahren haben. Da kann man ihm ein bisschen Exzentrik durchgehen lassen.

Hollywood-Regisseurs Roland Emmerich am Set von "Stonewall"
Hollywood-Regisseurs Roland Emmerich (5. v. l.) am Set von "Stonewall" © SWR/Beetz Brothers Beetz Brothers

Anfang als Ausstatter bei der Filmhochschule München

Roland Emmerich hat beeindruckende Häuser in Los Angeles und London. Als Kunstsammler erwirbt er auch Skurrilitäten wie chinesische Propaganda-Art. Der, der mal als Ausstatter bei der Filmhochschule München angefangen hat, legt Wert darauf, Dinge, die möglicherweise am falschen Platz stehen, zurecht zu rücken.

Sein langjähriger Wegbegleiter Jo Müller zeigt ihn als einen Regisseur, der auch über seine Filme und deren Wirkung immer wieder nachdenkt.

Roland Emmerich
Dokumentarfilm „Meister der Apokalypse – Roland Emmerich“ - Einblicke in die Arbeit und das Privatleben des Hollywood-Regisseurs © SWR/Beetz Brothers film production GmbH Bild in Detailansicht öffnen
Emmerich in seinem Haus in London
Emmerich in seinem Haus in London. © SWR/Benjamin Frank Benjamin Frank Bild in Detailansicht öffnen
Hollywood-Regisseurs Roland Emmerich in seiner Villa in den USA in Los Angeles
Hollywood-Regisseurs Roland Emmerich in seiner Villa in den USA in Los Angeles. © SWR/Beetz Brothers Beetz Brothers Bild in Detailansicht öffnen
Roland Emmerich (r.) mit seinem Bruder Andreas
Roland Emmerich (r.) mit seinem Bruder Andreas © SWR/Benjamin Frank Benjamin Frank Bild in Detailansicht öffnen
Emmerich mit seiner Schwester Ute
Emmerich mit seiner Schwester Ute © SWR/Benjamin Frank Benjamin Frank Bild in Detailansicht öffnen
Hollywood-Regisseurs Roland Emmerich mit Ehemann Omar in Los Angeles
Hollywood-Regisseurs Roland Emmerich (r.) mit Ehemann Omar in Los Angeles. © SWR/Beetz Brothers Beetz Brothers Bild in Detailansicht öffnen
Hollywood-Regisseurs Roland Emmerich am Set von "Stonewall"
Hollywood-Regisseurs Roland Emmerich (5. v. l.) am Set von "Stonewall" © SWR/Beetz Brothers Beetz Brothers Bild in Detailansicht öffnen

„The day after tomorrow“ von 2004 wurde der erste Popcorn-Klimakatastrophenfilm. In dem Zusammenhang sprach Emmerich vergangenes Jahr zum ersten Mal in einem Interview von einem überstandenen Hirntumor und wie das seinen Blick auf Filme und das Leben verändert habe. In der Doku tritt er einem immer wieder als ziemlich geerdeter Privatmensch entgegen.

„Schwäbischer Alien“ in Hollywood

Man muss seine Filme nicht lieben, um seine Biografie und seinen Erfolg als Summe richtiger Entscheidungen zu betrachten: Als Spross einer Stuttgarter Unternehmerfamilie war der Schritt nach Hollywood ein kalkulierbares Risiko. Als schwäbischer „Alien“ ist er dort gelandet und genau wie seine Schwester, die seine Filme produziert, in den USA heimisch geworden.

Wurde er anfangs noch als „Spielbergle aus Sindelfingen“ belächelt, ist Emmerich schon lange seine eigene Marke. Mag sein, dass ihn viele vor allem mit Special Effects verbinden, mit Untergangsgrusel und einer flachen und klischeebeladenen Handlung und dass zuletzt die ganz großen Erfolge ausgeblieben sind.

Andererseits steht er in der Tradition von Regisseuren, die mit emotionalen Geschichten aufwühlende Themen anpacken. Der Klimawandel treibt ihn um. Die Warnung vor unvernünftiger, profitgeiler Politik. Das Weiße Haus hat er in seinen Filmen schon mehrfach in die Luft gehen lassen.

Spannender Mix von Dokumentation und Interviews

Die Doku mixt immer wieder hochspannende Aufnahmen von früheren Dreharbeiten, kurze ältere Interviewschnipsel mit Blicken in Emmerichs Seelenleben kurz vor seinem 70. Geburtstag. Dazu gehört der offene Umgang mit seiner Homosexualität, der einem im Filmgeschäft auch im Weg stehen könne

Insgesamt ist „Meister der Apkalypse“ eine Hommage an einen weltoffenen, engagierten Skeptiker, der trotz Zweifel an der menschlichen Lernfähigkeit das Leben feiert, der sich die Neugier bewahrt hat für Technik, junge Menschen und ihre Ideen und sich in einem aufgeregten, häufig oberflächlichen Umfeld nicht hat von seinem Weg abbringen lassen.

Ein Leben für den Weltuntergang: Regisseur Roland Emmerich wird 70 Jahre alt

Apokalyptische Blockbuster voller Zerstörung und Special Effects: Das ist die Handschrift von Hollywood- Regisseur Roland Emmerich. Der gebürtige Schwabe wird jetzt 70 Jahre alt.

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Autor/in
Karsten Umlauf
Karsten Umlauf, Autor und Morderator bei SWR Kultur