Ein Kunst-Nashorn als Symbol für Artenschutz
Ihr erstes gemeinsames Werk, das neonrote Breitmaulnashorn mit dem Titel „Ich wollte schon immer mal Helikopter fliegen“, hat die beiden Künstler-Duo Lina und Johannes Baltruweit ins Rampenlicht gerückt.
Die Botschaft ist klar und wichtig: Es geht um den Schutz des fast ausgestorbenen Tieres. Und das Kunstwerk soll auch ein Verweis auf andere Nashornarten sein, die mit dem Helikopter in geschützte Gebiete evakuiert werden, um den Fortbestand der Arten zu sichern.
Kunst mit Witz und Tiefgang
Die problematische Beziehung von Mensch und Natur und globale Ungerechtigkeiten: relevante Themen in ihrer Kunst, die sie mit Witz und Hintersinn wortwörtlich in den Raum stellen.
Auch regionale Lebensräume liegen den beiden am Herzen, für die sie mit ihrer Kunst eintreten. Schließlich stammt das Duo aus dem Schwarzwald.
Partnerschaft in Kunst und Leben
Als sich die beiden 2016 im gemeinsamen Studium an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart kennenlernen, ist für sie schnell klar; Sie wollen gemeinsame Sache machen.
Im dritten Semester sind wir dann zusammengekommen und dann haben wir angefangen zusammenzuarbeiten, haben uns eingemischt beieinander, immer mehr und irgendwann war es nicht mehr auseinander zu halten.
Heute teilen sie Kunst und Alltag miteinander. Lina und Johannes Baltruweit sind verheiratet, und fast rund um die Uhr zusammen. Beide kommen aus großen Familien und scheinen geschult in konstruktivem Diskurs.
Streit als Teil des kreativen Prozesses
Es wird auch mal gestritten, aber wir finden eigentlich immer eine Lösung, die uns beiden gefällt und wir sind auch nicht der Überzeugung, dass ein Kompromiss immer Schwäche sein muss, sondern dass auch manchmal etwas Gutes in der Mitte liegen kann zwischen zwei Positionen.
SUPER VIVAZ - super lebendig
Auch bei der Namensgebung waren sich die beiden schnell einig: „Wir wollten einen Namen, der für uns beide einfach als Kollektiv steht“, erklärt Johannes. Ein Name also, „von dem man nicht davon ausgehen kann, ob es ein Mann, eine Frau oder ein Kollektiv ist“. „Wir wollten einfach, dass er für sich steht, damit die Arbeiten für sich sprechen können“, ergänzt Lina.
Während ihrer ersten gemeinsamen Arbeit am Breitmaulnashorn in 2019 finden sie den perfekten Namen: SUPER VIVAZ. Übersetzt heißt das „super lebendig“ – der Markenname der neonroten Tontaubenscherben, mit denen sie ihr Kunst-Nashorn umhüllen.
Diese Zielscheiben dienen als Ersatz für die Wandertaube, die Ende des 19. Jahrhunderts durch den Schießsport ausgerottet wurde.
Neue Projekte: Ein Mistkäfer kommt selten allein
Aktuell lebt und arbeitet das Künstler-Duo im Rahmen eines Stipendiums der Karin Abt-Straubinger-Stiftung in Stuttgart-Möhringen. Dort widmen sich Lina und Johannes einem neuen Thema: dem heimischen Mistkäfer.
Ihr Engagement bleibt auch in der Kunstszene nicht unbemerkt. Bereits mehrfach ausgezeichnet, sind sie Träger des Zilkens Fine Art Academy Awards 2025 und des Werner Pokorny Awards 2024.