Ausgezeichnet mit dem „World Press Photo Award“

Fotograf Vincent Haiges zeigt das Leben in Krisengebieten – Ausstellung in Worms

In der Wormser -Ausstellung „Fault Lines – Bruchlinien“ zeigt Fotograf Vincent Haiges Bilder aus Krisengebieten in Myanmar, dem Sudan und der Ukraine, die lange nachwirken.

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Von Autor/in Hannegret Kullmann

Fotografie als Werkzeug der Dokumentation

Eine Mutter umarmt ihren aus dem Krieg heimkehrenden Sohn – für dieses Bild aus Äthiopien hat Vincent Haiges 2024 den „World Press Foto Award“ gewonnen.

Vincent Haiges bezeichnet sich als Fotograf, der über Konfliktthemen arbeitet. Er hat einen Master in Politikwissenschaft. Die Fotografie ist sein Werkzeug, um Kriege und Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren.

Vincent Haiges
Fotograf Vincent Haiges in der Ukraine.

Identifikation mit den Menschen vor Ort

Dafür kehrt er immer wieder in die gleichen Länder zurück. Dort begleitet er die Menschen vor Ort für längere Zeit, will ihnen so nahe wie möglich kommen. In der Ausstellung findet man keine blutrünstigen Bilder von der Front. Denn solche Fotos wirken eher abschreckend und kontraproduktiv, findet Vincent Haiges.

„Natürlich muss man wissen, dass dort Brutalität und Gewalt herrscht. Aber gerade wenn es in die dokumentarische Richtung ist, geht es eigentlich darum, Räume zu schaffen, wo Menschen sich auch ... mit den Menschen dort identifizieren können", erklärt der Fotograf seinen Ansatz.

Wichtig ist ihm, „dass man versteht: Das sind genauso Menschen, die sich verlieben, schwanger werden, ihre Träume haben, aber eben im Krieg leben.“

Fotografie kann Kriege nicht beenden

In seinem Selbstverständnis als Fotograf ist Vincent Haiges sehr klar. Die Fotografie habe nicht die Aufgabe und nicht die Macht, Kriege zu beenden, sagt er. Wer diesen Anspruch hat, werde schnell desillusioniert. Daher versteht er sich in erster Linie als Berichterstatter, als jemanden, der Informationen zur Verfügung stellt.

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