Zeppeline gelten bis heute als faszinierende Relikte vergangener Technikträume. Doch im Nationalsozialismus waren sie auch mächtige Propagandainstrumente.
In SWR Kultur erklärt Jürgen Bleibler vom Zeppelin Museum Friedrichshafen: „Der Zeppelin war nie unpolitisch.“ Die neue Ausstellung „Gefühlte Wahrheiten – Zeppeline und Nationalsozialismus“ zeigt, wie eng Technikbegeisterung, nationale Mythen und politische Instrumentalisierung miteinander verbunden waren.
Zwischen Technikfaszination und Propaganda
Für die Nationalsozialisten eigneten sich Zeppeline perfekt zur Inszenierung von Macht und Fortschritt. „Aufgrund ihres emotionalen Beeindruckungspotenzials waren sie Propagandainstrumente erster Ordnung“, sagt Bleibler.
Die Ausstellung beleuchtet unter anderem Wahlfahrten der Luftschiffe, Olympia-Inszenierungen und die politische Aufladung der Zeppelin-Geschichte schon seit Kaiserreich und Weimarer Republik.
Ein Museum hinterfragt sich selbst
Die Schau blickt auch kritisch auf die eigene Erinnerungskultur. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei die Geschichte der Zeppeline lange verklärt worden, als reine Pionier- und Erfolgsgeschichte.
„Es geht darum, diese gefühlten Wahrheiten zu reflektieren“, so Bleibler. Das Zeppelin Museum wolle damit auch jüngere Generationen für die Mechanismen von Propaganda und Totalitarismus sensibilisieren.
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