Zum Tod des Schriftstellers und Filmemachers
Alexander Kluge, Schriftsteller, Filmemacher und Unternehmer, ist am Mittwoch, den 25. März 2026 im Alter von 94 Jahren in München gestorben. Das teilte der Suhrkamp Verlag unter Berufung auf seine Familie mit.
Forum Der Vielbegabte – Zum Tod von Alexander Kluge
Er wollte Geschichten erzählen und aufklären: Jetzt ist der große Intellektuelle Alexander Kluge im Alter von 94 Jahren gestorben. Was bleibt von seinem Werk?
Ein Leseabend zum 90. Geburtstag in Mainz (2022)
2022 sprach Alexander Kluge im Mainzer Staatstheater über den Krieg gegen die Ukraine und über die stille Kraft des Poetischen. Ein hellsichtiges Gespräch, das nun wie ein Vermächtnis klingt: Der 1932 geborene Jurist und Dichter, der den Bombenangriff auf Halberstadt als Kind überlebte, plädierte für Schwachstellenforschung statt Schlachtenlärm.
Kluge stand für die List der Vernunft, die er lieber von unten als von oben erwartete. Als promovierter Jurist, der bei Adorno studiert hatte, wurde er zu einer der eigenwilligsten Stimmen der deutschen Nachkriegskultur.
Wichtiger Vertreter des Neuen Deutschen Film
Mitunterzeichner des Oberhausener Manifests, wichtiger Vertreter des Neuen Deutschen Films, Mitglied des Kreises um die Gruppe 47. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören „Brutalität in Stein“ (1961), „Deutschland im Herbst“ (1978) und „Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit“ (1985).
Als Autor war er vor allem für seine Kurzgeschichten bekannt: Zu großen Erzählungen hielt er Abstand, lieber arbeitete er mit Montagetechnik, um Fakten, Ideen und Erdachtes zusammenzubinden.
Ende der 1980er-Jahre gründete er die Produktionsfirma dctp und sicherte sich Sendefenster beim aufkommenden Privatfernsehen bei RTL und Sat.1.
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