Weltbürger Udo Lindenberg
Von Alkohol bis Zigarre, von Eierlikör bis Hotel, von Panik bis Sonnenbrille – ist doch klar, wer da den Hut aufhat: Udo Lindenberg.
Locker ist er immer noch, jung auch (in Herz und Hirn), aber er lungert schon lange nicht mehr auf der Wiese vor dem Hotel herum. Er bewohnt es. Dauerhaft.
Mitte der achtziger Jahre hat Udo zuletzt in einer Wohnung gelebt, seit her gilt sein Spruch: „Udo L. wohnt im Hotel“
Seine – wie er sie nennt - Panikzentrale seit langem: die Präsidentensuite im Hamburger Atlantic. Ansonsten gilt für den rastlosen Rocker:
„Ich bin Weltbürger aus Prinzip, Freivogel, Zahnbürste, Zigarren, Reisepass, Kreditkarte, paar Pillen, let's go. Wo lassen Sie denn heute schlafen?“
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Extremtrinker Lindenberg
Wo immer Udo Lindenberg seine Hymnen, Balladen oder Rocksongs singt, er macht sein Ding – erst recht jetzt mit 80.
Sein langes Leben voller Höhen und Tiefen hat Benjamin von Stuckrad-Barre für sein Buch „Udo Fröhliche“ durchbuchstabiert. Der Wortfeuerwerker trifft mit jeder neuen Satzrakete ins Mark seines engen Freundes.
Jahrelanges Extremtrinken hat bei Udo eine auch bei null Promille zu bestaunende habituelle Volltrunkenheit hinterlassen, er spricht und agiert seither einfach immer so, wie andere nur im Vollrausch; wenn jemand diesen Begriff für sich reklamieren kann, dann ist es Udo: naturstoned.
Mit 59 Stichworten wie Cello, Rollschuhe oder Reeperbahn umschwirrt der Pointenpilot den unverwüstlichen Barden, fliegt an seinen großen Erfolgen vorbei:
Dem Durchbruch mit der Platte „Alles klar auf der Andrea Doria“ oder der Dröhnland-Symphonie zusammen mit Peter Zadeck, sieht Udos Stern sinken in den 90er Jahren, als der Alkohol das Kommando übernimmt, feiert den wieder kometenhaften Aufstieg ab 2008, als das Album „Stark wie zwei“ erscheint.
Zwischendurch: Landeanflug auf den Himmelskörper Venus.
Grenzenüberwinder Lindenberg
Ein erst später ruchbar gewordener Siedepunkt der deutschen 80er Jahre war etwa in der Jahrzehntmitte erreicht, als Udo eine romantische Liasion mit Nena hatte, deren Ende und Fortdauern in Freundschaft wir Udos Riesenhit „Horizont“ verdanken.
Bei einem anderen Riesenhit verhinderten die Verhältnisse den Fortbestand der Leidenschaft.
Aus Liebesleid wurde so Udo Lindenbergs erstes hochpolitisches Liebeslied. Dabei blieb es nicht – sein grenzenüberwindendes Engagement ist bekannt, der Sonderzug nach Pankow donnert bis heute über die Konzertbühne.
Wie auch seine Wut gegen Rechts. Die bunte Republik Deutschland ist und bleibt sein Wandelstern, angesteuert mit Gleichgesinnten.
Insgesamt, so Udo, sei eine gewisse Bewusstseinsreiseflughöhe empfehlenswert, um gut über den Fährnissen der Alltagsmühle zu schweben „und einen Schwarm zu bilden mit den anderen Crazyvögeln“.
Das Kompendium von Benjamin von Stuckrad-Barre ist ein hervorragendes Handbuch für alle, die mitfliegen wollen.
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"Vorglühen" für den 80. von Udo Lindenberg Stuckrad-Barre und Jan Delay feiern den Panikrocker
In der Stuttgarter Liederhalle feiern Benjamin von Stuckrad-Barre und Jan Delay den 80. Geburtstag ihres Freundes Udo Lindenberg mit einer musikalischen Lesung. Unter dem Titel „Vorglühen“ lesen, singen und erzählen sie von ihrer langjährigen Verbindung zum Panikpoeten.