Leïla Slimani ist ein internationaler Literaturstar. 1981 im marokkanischen Rabat geboren, lebt sie seit 1999 in Paris. Spätestens seit sie im Jahr 2020 begann, in ihrer Romantrilogie „Le Pays des autres“ die Geschichte ihrer Familie in Romanform zu erzählen, füllt Slimani auf ihren Lesereisen die großen Hallen und ist zur Bestsellerautorin geworden, was keinesfalls gegen sie spricht.
Der erste Teil „Das Land der Anderen“ stellt die elsässische Großmutter Mathilde in den Mittelpunkt, die sich in den Marokkaner Amine verliebt, einen Offizier in Diensten der französischen Armee.
Der zweite Teil ist deren gemeinsamer Tochter Aicha gewidmet, die ein Medizinstudium absolviert und dem jungen, linken Ökonomiestudenten Mehdi begegnet. Der Abschluss „Trag das Feuer weiter“ erzählt nun von Aichas und Mehdis Töchtern.
Mia, das Alter Ego der Autorin, ist eine erfolgreiche Schriftstellerin, lebt in Paris und leidet im Anschluss an eine Coronainfektion unter Gedächtnisstörungen. Um sich erinnern zu können, reist sie nach Marokko und begibt sich auf die Spur ihrer Familiengeschichte. Mehdi steigt zum erfolgreichen Leiter eines Kreditinstituts auf; Mia und ihre Schwester Inès gehen auf eine privilegierte französische Schule, doch die konservative marokkanische Gesellschaft lässt sich nicht so einfach ausblenden.
Der Zwiespalt bleibt: In Marokko sind die Schwestern ‚zu französisch‘; später in Paris sind sie ‚nicht französisch genug‘. Und in Marokko spielt der Staat Mehdi besonders übel mit. Ein Buch voller scharf gezeichneter Gegensätze.