Josephine Johnson, geboren 1910 in Missouri, ist bis heute die jüngste Pulitzer-Preisträgerin aller Zeiten. Sie erhielt die begehrte Auszeichnung im Jahr 1935 für ihren Debütroman „Now in November“. Johnson verbrachte den größten Teil ihres Lebens auf dem Land; ihre ersten Bücher schrieb sie auf dem Dachboden der Farm ihrer Eltern.
Im Jahr 1969 veröffentlichte Josephine Johnson ein Buch, das in den USA zum Bestseller wurde: In „The Inland Island“ erzählt sie von ihrem zurückgezogenen Leben auf ihrem Grundstück in Ohio. Nun liegt das Buch erstmals in deutscher Übersetzung vor, und Bettina Abarbanell hat den Vokabelreichtum und die poetische Vielgestaltigkeit wunderbar übertragen.
Gemeinsam mit ihrem Mann erwarb Johnson im Jahr 1950 ein 20 Hektar großes, bewaldetes Grundstück im Clermont County in Ohio. Das Jahr in der Natur, von dem dieses Buch handelt, ist das Jahr 1967. Johnson unterzieht die sie umgebende Welt und deren Veränderungen im Jahreszyklus einer präzisen, anschaulichen und bildstarken Betrachtung. Johnson ließ das Grundstück verwildern. In ihrem wilden Garten beobachtet sie Tiere und Pflanzen.
Eine reine Idylle ist das nicht: Johnson registriert die menschengemachten Veränderungen, vor allem aber geißelt sie den Vietnamkrieg immer wieder als den Sündenfall ihres Landes. „The Inland Island“ gilt als ein Schlüsseltext des modernen Nature Writing. Die Autorin starb 1990 in ihrem Haus in den Wäldern. Dieses wunderschöne Buch, erschienen als der 488. Band in der Reihe „Die Andere Bibliothek“, wird bleiben.