Andreas Schäfer, 1969 in Hamburg geboren, in Frankfurt am Main aufgewachsen, ist einer der seltenen Fälle eines Journalisten, der im Grunde schon immer ein Schriftsteller war.
Das hat Schäfer etwa mit seinem herausragenden Werk „Die Schuhe meines Vaters“ bewiesen. Darin entsteht aus der persönlich erzählten Biografie des Vaters ein Nachdenken über Deutschland im 20. Jahrhundert.
Der Titel von Schäfers neuem Roman „Letzter Akt“ ist mehrdeutig. Schäfer erzählt eine Liebesgeschichte.
London, 2005. Die deutsche Schauspielerin Dora Martin hat sich zunächst mit kleineren Rollen mühevoll durchgeschlagen, bis ein Regisseur auf die Idee kommt, sie in einer Fernsehserie als Deutsche unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg zu besetzen.
Ab diesem Zeitpunkt kann sie sich ihre Rollen aussuchen. Auf einer Premierenfeier lernt Dora den Maler Victor kennen. Die beiden werden ein Liebespaar. Dora lässt sich von Victor malen. Sie sieht etwas in diesem Porträt, das sie erschreckt und zwingt, sich ihrer Vergangenheit zu stellen.
Subtil und auf drei Zeitebenen spielt Andreas Schäfer im Grunde klassische Themen der Kunst durch: Illusion und Verstellung, Selbsterkenntnis und Erinnerung. Das Verhältnis von Kunst und Leben. Noch immer lässt sich aus diesem Stoff etwas Neues schöpfen.