Buchautor Peter von Becker im Gespräch

Tagebücher liefern Erstaunliches über Albert Einstein: „Ich bin ein Magnet für alle Verrückten“

Der Autor Peter von Becker erzählt in seinen „Einstein-Protokollen“ die erstaunliche Geschichte von Albert Einsteins später Liebe zu Johanna Fantova. Diese hatte Ihre Gespräche mit Einstein in ihren erst 2004 entdeckten Tagebüchern dokumentiert, die Becker für sein Buch auswertete.

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Stand

Einstein galt bei Zeitgenossen als Allerweltsheiler

Die Aufzeichnungen von Fantova zeigten Albert Einsteins unkonventionelles Denken und seinen Sinn für Kurioses, so Becker im Gespräch mit SWR Kultur am Morgen. Seine Zeitgenossen hätten den Jahrhundertwissenschaftler und Erfinder der Relativitätstheorie für einen Allerweltsheiler und einen Allerwelt-Weisen gehalten.

Einstein wollte nie ein Denkmal sein

Deshalb hätten ihn zu Lebzeiten Menschen aus aller Welt besucht, die zum Teil mit sehr verrückten Ansinnen gekommen seien. Das habe Einstein amüsiert. Dabei habe Einstein nie ein Denkmal sein wollen, betonte der Autor. „Er war berührbar“.

Albert albert gerne: Dialoge zwischen Genie und Unsinn

Bei seiner Beschäftigung mit den Schriften Johanna Fantovas, in der sie ihr Verhältnis zu Albert Einstein beschreibt, habe ihn vor allem die Nähe von Genie und Unsinn beeindruckt. „Albert albert gerne“, kommentiert von Becker.

Gleichzeitig sei er immer sehr nah am allzu Menschlichen, Alltäglichen gewesen bei gleichzeitigem, ständigen Umgang mit allen großen, weltpolitischen Ereignissen. Sein Buch sei eine Art Kulturgeschichte Albert Einsteins.

Couragierter Einsatz für Freiheit und gegen Rassismus

Die heute Lebenden könnten sich vor allem an der ungeheuren Courage Albert Einsteins ein Beispiel nehmen, betonte von Becker.

Der Jahrhundert-Wissenschaftler habe sich immer wieder gegen Einschränkung der Meinungsfreiheit und gegen die Rassentrennung engagiert. „Albert Einstein war ein leuchtendes Beispiel, das man sich heute wünschen würde.“

Physik Welchen praktischen Nutzen hat Einsteins Relativitätstheorie?

Das beste Beispiel für die Anwendung von Einsteins Relativitätstheorie ist die Satellitennavigation. Wissenschaftler tüfteln aber an weiteren Anwendungsmöglichkeiten, um sich diese Zeitverzerrung durch die Relativitätstheorie zunutze zu machen. Eine ist die Höhenmessung. Von Gábor Paál | Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

Physik Relativitätstheorie: Würde bei Lichtgeschwindigkeit die Zeit für mich stehen bleiben?

Könnte man, wenn man schneller als Lichtgeschwindigkeit wird, in die Vergangenheit reisen?

Naturphilosophie Was ist Zeit? – Zwischen Physik und Psychologie

Ist Zeit das, was man auf der Uhr abliest? Oder ist Zeit die Dauer, die man fühlt? Warum vergeht Zeit mal furchtbar schnell und mal entsetzlich langsam? Und wie passen physikalische Erklärungen zu Befunden der Psychologie? (SWR 2022)

Das Wissen SWR Kultur

Physik Dehnt sich das Universum schneller als Lichtgeschwindigkeit aus?

Dass die Lichtgeschwindigkeit eine Grenze ist, hat auch etwas mit Einstein zu tun, aber nur mit seiner speziellen Relativitätstheorie. Von Bruno Martin Deiss

Zeitwort 26.09.1905: Einsteins "Spezielle Relativitätstheorie" erscheint

1922 hat er den Nobelpreis erhalten und gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde er zum „bedeutendsten Physiker aller Zeiten“ gewählt. Seine wichtigste Entdeckung machte er schon mit Mitte Zwanzig.

Zeitwort SWR Kultur

6.2.1924 Albert Einstein: "Meine Relativitätstheorie"

6.2.1924 | Der Physiker Albert Einstein (1879 - 1955) entwickelte eine allen bisherigen Erfahrungen widersprechende Vorstellung von Raum und Zeit. 1924 schildert er in einem Vortrag, wie er zur Formulierung der Relativitätstheorie kam. – archivradio.de

Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Martin Gramlich
Martin Gramlich, SWR Kultur Moderator
Interview mit
Peter von Becker