Die repräsentative Demokratie ist krank
Auf der raumfüllenden Video-Leinwand verbrennt im Zeitraffer eine französische Flagge vor leicht bewölktem Himmel. Auch die deutsche, italienische oder die US-amerikanische Flagge brennt.
Die repräsentative Demokratie in den USA sei krank, so eine Person aus dem Off. Sie antwortet auf die Frage, die der Künstler Oliver Ressler ihr und anderen Menschen in aller Welt gestellt hat: Was ist Demokratie? Die Frage ist gleichzeitig Titel der Videoinstallation.
Wie schützen wir die Umwelt und unser Zusammenleben?
Die Videoinstallation steht im Zentrum der vierteiligen Ausstellung, sie ist vor 17 Jahren entstanden und damit die älteste von Resslers Arbeiten hier – aber weiterhin brandaktuell. Die Frage, wie wir Demokratie leben und schützen wollen, stelle sich heute mit neuer Dringlichkeit, so Ressler.
Der Künstler, der in Wien lebt und arbeitet, setzt sich in seiner Arbeit immer wieder mit Fragen des demokratischen Zusammenlebens, aber auch mit Umweltschutz und der Klimakrise auseinander. Dabei steht oft politischer Aktivismus im Mittelpunkt, auch aus persönlicher Überzeugung.
Einblick in den Maschinenraum des Widerstands
Seine Verbindung zu Aktivistinnen und Aktivisten hat Oliver Ressler seltene Einblicke ermöglicht, sozusagen in den Maschinenraum des zivilen Widerstands.
Für die Videoarbeit „Nicht untergehen, ausschwärmen“ etwa, die ebenfalls Teil der Ausstellung in Basel ist, konnte er eine Gruppe Klimaaktivisten in Madrid bei der Vorbereitung einer größeren Protestaktion begleiten.
Ressler zeigt, dass Veränderung möglich ist
Er selbst sehe sich allerdings nicht als Aktivist, sagt Ressler. Und doch passe er gerade wegen seiner gesellschaftskritischen Arbeit gut ins Museum Tinguely, so die Kuratorin der Ausstellung Tabea Panizzi.
Oliver Ressler kennt die Ohnmacht angesichts der erdrückenden Weltlage, des nicht abreißenden Stroms schlechter Nachrichten. Mit seinen Arbeiten will er auch zeigen, dass Veränderung möglich ist.
Ausstellungen im Südwesten
Lebensgefühl im frühen 20. Jahrhundert Kraftvoll und kontrovers – Kaiserslautern zeigt Expressionismus von Kirchner, Kollwitz und Co
Die Sonderausstellung zeigt 80 Werke von bedeutenden Künstlern des Expressionismus. Darunter die Künstlergruppen „Die Brücke“ und „Der Blaue Reiter“, die in ihrer Kunst ihr Lebensgefühl im frühen 20. Jahrhundert widerspiegelten.
Poet der Farbe „Aufgetaucht“: Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim entdecken Impressionisten Philipp Klein neu
Der Maler Philipp Klein gehörte um 1900 zu den wichtigsten Vertretern des Impressionismus, geriet dann aber in Vergessenheit. Jetzt holen die Reiss-Engelhorn-Museen seine Bilder wieder ans Licht.