Die Buchbranche im Jahr 2026

„Man kann die Zahlen nicht schönreden“

Sebastian Guggolz ist der neu gewählte Vorsteher des Börsenvereins des deutschen Buchhandels. Er spricht über die Situation des Marktes und die gesellschaftliche Relevanz von Lesekompetenz.

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Stand

Im Jahr 2014 gründete Sebastian Guggolz den nach ihm benannten Independent-Verlag. Der Guggolz Verlag ist spezialisiert auf die Wiederentdeckung toter Schriftstellerinnen und Schriftsteller und hat dem deutschsprachigen Lesepublikum bereits wahre literarische Perlen beschert. Stellvertretend sei nur der Norweger Tarjei Vessaas genannt.

Buchbranche unter Druck

Nun hat Sebastian Guggolz, Jahrgang 1982, den Posten des Vorstehers des Börsenvereins des deutschen Buchhandels übernommen. Ein zeitlich begrenztes Ehrenamt, das Guggolz in schwierigen Zeiten übernimmt: Verlage und Buchhandlungen stehen unter massivem ökonomischen Druck.

Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels
Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels (c) Manfred Segerer

Die Zahl der Buchkäuferinnen und Buchkäufer schmilzt kontinuierlich, wie die jüngst veröffentlichten Statistiken des Börsenvereins für das Jahr 2025 erneut dokumentieren.

Erschreckende Zahlen

„Man kann die Zahlen nicht schönreden“, sagt Sebastian Guggolz. Zahlen, die er für erschreckend hält. Er verweist auf Studien, nach denen die Lesefähigkeit von Schülern in Grundschulen ein erschreckendes Niveau angenommen hat. „Damit gehen nicht nur Käuferinnen und Käufer von Büchern verloren, so Guggolz. Auch die Fähigkeit zum Verständnis gesellschaftlicher Zusammenhänge nehme dadurch ab.

Dicke Bretter bohren

Sein Eindruck sei allerdings, dass es in der Politik ein großes Verständnis und auch eine große Bereitschaft gebe, sich diesem Problem zu stellen. Aber: „Es gilt, dicke Bretter zu bohren, und um das zu tun, bin ich angetreten.“

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Erstmals publiziert am
Stand
Das Gespräch führte
Christoph Schröder
Gespräch mit
Sebastian Guggolz