Der Schriftsteller Dieter Wellershoff, der in den 60er-Jahren als Lektor für deutschsprachige Literatur beim Verlag Kiepenheuer & Witsch den sogenannten „Kölner Realismus" in dessen DNA einschrieb - und Autoren wie Rolf Dieter Brinkmann oder Nicolas Born entdeckte, verstand die Literatur bis zuletzt als eine Art Probebühne des Lebens.
Auf ihr inszenierte er in Form zahlreicher Romane und Erzählungen seine existentialistischen Seins-Befragungen - gelenkt von dem Drang, unsere oftmals als undurchschaubar empfundene Existenz ein Stückweit verständlicher zu machen.