Private Fotos und Erinnerungen an Freddie Mercury
„Build your own boat“ hätte die Band von Freddie, Brian, John und Roger heißen sollen. Jedenfalls wenn es nach Mary gegangen wäre. Bei ihrem ersten Zusammentreffen hatte Freddie sie gefragt und nach ihrer Antwort nur gelächelt.
War es ein Test? Es war der Beginn einer lebenslangen Verbundenheit– einige Jahre als Paar, dann als Freunde.
Mary Austin hat diese innige Liebe zwischen ihr und einem der wohl größten Künstler der Musikgeschichte nun zwischen Buchseiten geschnürt. Sie präsentiert private Fotos, Autographen und ihre Erinnerungen an Freddie Mercury als ein „Leben in Songs“.
Zwischen allen Zeilen dieser persönlichen, aber niemals zu privaten Beschreibungen tritt immer wieder ein hoch sensibler, suchender, zweifelnder Mensch und Künstler hervor, der verbindliche Beziehungen über alles schätzte und dem der Weg zu sich selbst alles andere als leicht fiel.
Ein Mann auf der Suche nach sich selbst
Wenn ich die Zeile „Can anybody find me somebody to love?“ höre, klingt das für mich nicht wie eine rhetorische Frage, sondern wie jemand, der mit seiner Kraft am Ende ist.
Der Song entstand 1976, dem Jahr, in dem sich Mary Austin und Freddie Mercury trennten. Bereits ein Jahr zuvor hatte er „Bohemian Rapsody“ geschrieben. Für seinen persönlicher Assistenten und Freund Peter Freestone verarbeitete der Sänger darin bereits sein Coming out.
Hits und Storys Queen – "I'm In Love With My Car"
Kaum vorstellbar, dass der Riesenhit "Bohemian Rhapsody" von Queen mal keine Single werden sollte. Stattdessen war "I'm In Love With My Car" im Gespräch.
„Bohemian Rapsody“
Wie diese zwischen Rock und Oper changierende Komposition entstanden, die ein Meilenstein der Musikgeschichte wurde, lässt sich im Buch anhand von zahlreichen Autographen nachvollziehen.
Auf lose Zettel, wie von der Fluggesellschaft British Midland, kritzelte Freddie Mercury mit Bleistift Textzeilen, Akkorde oder Titelideen. So sollte dieser Song erst „Mongolian Rhapsodie“ heißen.
Deshalb sind diese Blätter so faszinierend. Sie bezeugen die Arbeit, den Auswahlprozess. Sie zeigen, wie er eine Idee zu Papier brachte und dann zur nächsten überging – manchmal auf demselben Blatt. Alles, was in seinem Leben vor sich ging, konnte er auf dem Papier zum Leben erwecken.
Auch auf vielen der privaten Fotos des sorgfältig zusammengestellten Bandes sieht man Freddie Mercury mit einem Notizbuch oder vor einem Stoß Papier sitzen. Und dann gibt es die Fotos vom Künstler auf der Bühne.
Dort steht er, der grandiose Queen-Frontmann in seinen extravaganten hautengen Overalls, schwarzen Lederkombinationen oder Muskelshirts. Singt, tanzt, performed wie kaum ein Zweiter.
Thema Musik zum 80. Geburtstag von Freddie Mercury Freddie Mercury – Auf den Spuren eines musikalischen Freigeists
Freddie Mercury, legendärer Leadsänger von "Queen", war einer der vielschichtigsten Stars der Rockmusik. Seine musikalische Leidenschaft war grenzenlos und machte auch vor der Oper nicht halt.
Beste Liveperformance aller Zeiten
Eine Zeitlang schlug Freddie Mercury sogar eine Solokarriere ein, dann aber kam der 13. Juli 1985. Zwanzig Minuten lang versetzte er, wiedervereint mit Queen, im Wembley Stadion beim Life Aid Konzert das Publikum in Ekstase. Der Auftritt des Sängers ging als eine der besten Performances in die Rockgeschichte ein.
1987 erfuhr er, dass er Aids erkrankt war. Nur Mary Austin und die Band wussten davon. Alle arbeiteten weiter, kreierten neue Songs, drehten Videos, brachten Anfang 1991 ein neues Album heraus.
Und dann kam das letzte Lied: „These are the days of our lives“.
Die Single erschien am 5. September 1991, Freddies 45. Geburtstag, in den USA. Im November gab er bekannt, dass er an AIDS litt. Schon am Tag darauf kam die Nachricht, dass er in seinem Haus, der Garden Lodge, verstorben war.
Fünfunddreißig Jahre später lässt Mary Austin mit ihrem Buch endgültig los. Nun gibt sie auch ihre Erinnerungen ab an die Leser. Wer nicht schon vorher Fan war, wird spätestens nach der Lektüre Freddie Mercury lieben. Als Mensch und als Künstler.
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