Antwort auf die Denis Scheck Debatte

22 Liebeserklärungen an die Damentoilette

Denis Scheck löst mit einer Kritik in der ARD-Sendung „Druckfrisch“ eine Debatte über Sexismus und Literaturkritik aus. Der Sammelband „Die Damentoilette“ ist die Antwort darauf.

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Stand

Damentoilette im Feuilleton

Mit einer 34 Sekunden kurzen Rezension hat Denis Scheck im März 2026 die Damentoilette ins Feuilleton geholt.

In der ARD-Sendung Druckfrisch nannte er das Buch „Alt genug“ von Ildiko von Kürthy „Nachrichten aus der Schnatterzone der Damentoilette“.

Der Aufschrei war groß: Ist das noch Literaturkritik oder schon Sexismus? Elke Heidenreich forderte sogar die Absetzung von Denis Scheck als Moderator. Es wurde also laut ums stille Örtchen.

Emotionaler Literaturkritiker

Ein Sammelband widmet sich nun der Damentoilette in 22 Liebeserklärungen. Kein Scherz, sondern eine Antwort auf die Debatte sei dieser Sammelband, sagt Herausgeberin Friederike Schilbach.

Sie sei erstaunt gewesen, wie emotional Denis Scheck geworden sei in seiner Besprechung des Buches „Alt genug“ von Ildiko von Kürthy.

Damentoilette als Ort der Metamorphose

Nicht nur in Filmen und Serien wie „Girls“, „Twin Peaks“ oder „Sex and the City” ist die Damentoilette zentraler Schauplatz. Sie war auch schon immer ein literarischer Ort.

Schilbach nennt Aurtor:innen wie Sylvia Plath, James Baldwin oder Anne Carson, in deren Texten die Damentoilette ein geschützter sozialer Raum für Frauen und queere Menschen sei:

„Es ist auch ein Ort der Metamorphose, ein Ort der Ruhe, an dem man sich kurz aus dem Geschehen des Alltags und des sozialen Miteinanders rausziehen kann.“

Masken fallen lassen

Die 22 Liebeserklärungen kommen unter anderem Dana Vowinckel, Katja Eichinger, Ubin Eoh, Jovana Reisinger und Leanne Shapton. Die Formen in dem Band sind so vielfältig wie die persönlichen Beziehungen der Autor:innen zum stillen Örtchen.

Von Kurzgeschichten und Essays bis hin zu Listen und einem Gedicht denken sie über die Damentoilette und Fragen nach Zugehörigkeit und Solidarität nach. Und über einen Ort, an dem Frau ihre Maske ablegen und einfach Mensch sein darf.

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Erstmals publiziert am
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Das Gespräch führte
Kristine Harthauer
Gespräch mit
Friederike Schilbach