Die diesjährige Ausgabe steht unter dem Motto „That's how the light gets in“ – „So fällt das Licht hinein“, inspiriert von einer Zeile aus Leonard Cohens Song „Anthem“. Das Festival spiele für das kulturelle Leben Heidelbergs eine wichtige Rolle:
In den letzten Jahren habe sich das Publikum des „FeeLit“ verzehnfacht, erklärt Marinić. „Wir haben viele neue Zielgruppen erschlossen – Kinder, Jugendliche, Familien, Menschen, die zuvor nie auf dem Festival waren“, das zeige, wie groß das Interesse an Kultur sei.
Umso bedauerlicher findet sie es, dass das Festivalbudget im kommenden Jahr halbiert werden soll. Kultur sei existenziell und wichtig für demokratische Gesellschaften, betont Marinić. Der Beweis dafür, seien Abende wie der gestrige zur Festivaleröffnung: „Viele Menschen sagten zu mir: Das ist das Licht, das wir brauchen.“
Viele internationale und renommierte Namen sind in diesem Jahr dabei – darunter Cornelia Funke, Didier Eribon, Martina Hefter, Robert Menasse, Francesca Melandri und viele mehr. Das Festival läuft noch bis zum 12. Juli.
Jagoda Marinić bei SWR Kultur
Jagoda Marinić | Autorin | Warum streiten wir lieber, als gemeinsam nach Lösungen zu suchen? | SWR1 Leute
Wollen wir uns bestätigt sehen oder sind wir bereit, uns in Frage zu stellen? Jagoda Marinić regt zu beidem an. Denn am Ende ihres Buchs "Sanfte Radikalität" gibt sie eine Leseliste weiter, mit den Büchern, die sie für dieses Projekt beim Schreiben angeregt, irritiert oder inspiriert haben. Und diesen Dialog will sie weitergeben.
Sie beschreibt in ihrem Buch, wie wir aufgrund der globalen Krisen weniger auf Streit im digitalen Raum setzen sollten, sondern mehr auf reale Umsetzung von Ideen. "Brücken bauen" zeichnet Jagoda Marinić aus.
Zehn Jahre lang baute sie als Kulturmanagerin das Interkulturelle Zentrum in Heidelberg auf, wo sie heute das Internationale Literaturfestival "feeLit" kuratiert. Sie ist Host des erfolgreichen ARD-Podcast "Freiheit Deluxe" und wurde 2022 als Kulturjournalistin des Jahres ausgezeichnet.