Porträt zum Tod des Sozialphilosophen
Zum Tod von Jürgen Habermas wiederholen wir ein Porträt, das 2004 zum 75. Geburtstag des Sozialphilosophen entstand.
Formen des Zusammenlebens, in denen Konflikte auf humane
Weise ausgetragen werden können - darauf zielten Theorie und Praxis von Jürgen Habermas.
Streitbarer Intellektueller über die Landesgrenzen hinaus
Er bot das in Deutschland fast einzigartige Bild eines streitbaren Intellektuellen, der das Glück hatte, im In- und Ausland als Philosoph und Soziologe, als politischer Publizist und engagierter Staatsbürger Wirkung und Anerkennung zu erleben.
In diesem Feature vermittelt Rolf Wiggershaus ein facettenreiches Bild von Habermas, der dabei vielfach selbst zu Wort kommt.
Mehr zu Jürgen Habermas
5.8.1974 Jürgen Habermas über Wissenschaft und Ideologie
5.8.1974 | Jürgen Habermas (1929 – 2026) gehört zu den bedeutendsten deutschen Philosophen des 20. Jahrhunderts. Er war ein politischer Philosoph, Forschungsassistent bei Theodor W. Adorno und Max Horckheimer und wird somit der zweiten Generation der sogenannten „Frankfurter Schule“ zugerechnet. Sein bekanntestes Werk ist die „Theorie des kommunikativen Handelns“, er nahm aber häufig auch zur Tagespolitik Stellung. Habermas starb am 14. März 2026.
Er hatte eine angeborene Sprachbehinderung. Aufgrund einer angeborenen Gaumenspalte war seine Aussprache sehr nasal. Er blieb deshalb bis zuletzt deshalb vor allem über seine Schriften bekannt, während er in Radio und Fernsehen selten zu hören war. Eine Ausnahme ist der folgende Vortrag über Wissenschaft und Ideologie vom 5. August 1974.
Der große Veränderer Zum Tod von Jürgen Habermas
Jürgen Habermas war der bedeutendste deutsche Philosoph der Nachkriegszeit: Nun ist er im Alter von 96 Jahren in Starnberg gestorben.
Diskussion Visionslose Geistesarbeiter – Wer vermisst die Intellektuellen?
Sie klagen, sind chronisch unzufrieden und für das gute Gewissen zuständig, haben aber selten Sachkenntnis, etwa bei Klimaschutz oder Gaza-Krieg. Ihre Expertise ist moralischer Natur. Die öffentlichen Intellektuellen kritisieren, was ist, und sagen, was sein soll: eine bessere Welt. Meist sind es Schriftsteller. Doch sie sind nicht frei davon, sich zu blamieren, wenn sie öffentlich sprechen, von Peter Handke, über Günter Grass bis Martin Walser. Hat sich die klagende Klasse überlebt, ist sie historisch? Wann war ihre große Stunde? Ist es heute nur noch „peinlich, Visionen zu haben“ (Nora Bossong)? Michael Köhler diskutiert mit Nora Bossong – Schriftstellerin, Berlin; PD Dr. Felix Heidenreich – Philosoph und Politikwissenschaftler, Universität Stuttgart; Prof. Dr. Stephan Lessenich – Soziologe, Direktor am Institut für Sozialforschung, Frankfurt/Main
(Sendung vom 07.01.2025)
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Zeitwort 13.12.2004: Robert Gernhardt erhält den Heinrich-Heine-Preis
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Essay „Politik ist die Kunst des kleinsten Übels“ – Wie wurde Walter Benjamin ein Linker?
Walter Benjamin war ein Coverboy der 68er. Schlau, cool, hedonistisch. Frank Hertweck betrachtet den gedanklichen Werdegang des Philosophen. Von Frank Hertweck
Buchkritik Jörg Später – Adornos Erben. Eine Geschichte aus der Bundesrepublik
Als 1951 das Institut für Sozialforschung an der Frankfurter Universität wiedereröffnet wurde, konnte niemand ahnen, wie wichtig dieser Schritt für die junge Bundesrepublik war. Unter Max Horkheimer und Theodor W. Adorno wurde das Institut zu einer moralischen Instanz. Der Historiker Jörg Später erzählt die lange Geschichte der Frankfurter Schule von den Anfängen in den 1920er Jahren bis heute.
Rezension von Leander Scholz