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Zwischen Aufbruch und Propaganda: Neues Buch spürt der Kulturgeschichte im Südwesten nach

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In der KZ-Gedenkstätte Osthofen wird am 15. Mai der dritte Band der Buchreihe „Kultur in Rheinhessen 1919 bis 1939“ präsentiert, der den Titel „Wer das Kino hat, wird die Welt aushebeln“ trägt. Der Historiker und Mit-Herausgeber Volker Gallé erklärt: „Das ist ein Zitat von Carlo Mierendorff, der früh erkannt hat, wie stark Kino Massen beeinflussen kann.“

Das Buch beleuchtet, wie vielfältig sich Kultur in Rheinhessen zwischen Weimarer Republik und NS-Diktatur entwickelte – von Sport und Musik bis hin zum Laientheater. Gallé betont: „Die technische Aufbruchszeit konnte demokratisch wie propagandistisch genutzt werden – von links wie von rechts.“

Am Beispiel des Kinos in Gundersblum zeigt das Werk, dass der Großteil des Filmprogramms Unterhaltungszwecken diente. „Die Leute wurden bei Laune gehalten – Brot und Spiele statt offener Propaganda“, so Gallé.

Auch Swing- und Jazz-Einflüsse, teils verboten, fanden als Tarnmusik weiterhin Platz im NS-Alltag. Das Buch zeigt so eindrücklich die Ambivalenzen kultureller Entwicklungen auf dem Weg in die Diktatur.

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