Gespräch

Trotz allem heiter: die Hamburger Comic-Künstlerin Maren Amini

Ihre Figuren haben etwas sehr Liebenswertes und bewahren bei allen Tiefschlägen immer eine gewisse Heiterkeit: die Illustratorin und Comic-Autorin Maren Amini zeichnet mit spitzer Feder für die verschiedensten Medien vom „Spiegel“ über „Die Zeit“ bis zur „Washington Post“.

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Zusammen mit ihrem Vater hat sie den Comic „Ahmadjan und der Wiedehopf“ realisiert, der bereits mit Comicbuchpreis ausgezeichnet und für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde. Ein Vater-Tochter-Projekt gegen die Ohnmacht.

Der Band erzählt die Geschichte ihres Vaters, der 1972 als junger, abenteuerlustiger Mann nach Deutschland kommt und Künstler wird. Nach vielen Abstechern durch halb Europa kehrt er in seine Heimat nach Afghanistan zurück und erlebt ein von inneren und äußeren Spannungen zerrissenes Land.

Die Erlebnisse ihres Vaters habe sie schon lange aufschreiben wollen, erzählt Maren Amini. Doch erst die erneute Machtübernahme der Taliban im August 2021 brachte das Projekt ins Rollen. „Wir waren überwältigt von diesen hilflosen Gefühlen und wollten ins Machen kommen“, erklärt die Comic-Künstlerin.

Ein berührender Comic voller Wärme und Anteilnahme.

Die Graphic Novel „Ahmadjan und der Wiedehopf“ erzählt von einem inzwischen untergegangenen liberalen Afghanistan. In Kabul treffen verschiedenste Musik- und Kunstströmungen aller Kontinente zusammen. Das Land ist in diesen 1970er Jahren ein beliebtes Reiseziel für Hippies aus der ganzen Welt.

Maren Amini versteht es grandios, mit wenigen, luftigen Strichen die sorglosen, aber auch die dunklen Zeiten einzufangen. Auf einer zweiten Ebene dieses Comics schwingt die persische Erzählung von „der Konferenz der Vögel“ mit – eine 800 Jahre alte Fabel, in der die Vögel nach einem Zufluchtsort, nach Frieden, suchen.

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Erstmals publiziert am
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Das Gespräch führte
Markus Brock
Gespräch mit
Maren Amini