In ihrem neuen Buch „Kein anderes Land" schildert die jüdische Journalistin und Autorin Sarah Levy ihr Leben in Israel zwischen Alltag und Ausnahmezustand. „Wir haben ein- bis zweimal die Woche Raketenalarm aus dem Jemen, der unser Leben für zehn Minuten anhält – und danach geht es irgendwie weiter“, beschreibt Levy die Spannungen ihres Alltags.
Der Gaza-Krieg spaltet die jüdische Gesellschaft
Neben den äußeren Bedrohungen thematisiert sie auch die inneren Zerwürfnisse: „Wir haben uns in der Familie angeschrien, ich habe mit Nachbarn gestritten – es ging immer um die Frage, wohin dieses Land steuert.“
Angesichts der zunehmendne Spaltung der jüdischen Gesellschaft warnt Levy vor Parallelen zu Entwicklungen in Europa: „Man muss wachsam sein, dass Institutionen, die die Demokratie schützen sollen, nicht von Radikalen unterwandert werden.“
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Diskussion „Die Hölle auf Erden“ – Welche Zukunft hat Gaza?
Zerbombte Häuser, hungernde Kinder, dazu die Angst vor Flucht und Vertreibung: Es ist eine verzweifelte Lage, in der sich die Bevölkerung im Gazastreifen befindet. Von einer „Hölle auf Erden“ spricht das Rote Kreuz. Während international der Druck auf die Regierung Netanjahu wächst, den Krieg in Gaza schnell zu beenden, ist offen, wie eine Nachkriegsordnung in dem Küstenstreifen aussehen soll. Welche Perspektive haben die rund 2 Millionen Palästinenser? Welche Zukunft hat Gaza? Michael Risel diskutiert mit Daniel-Dylan Böhmer – DIE WELT; Jan-Christoph Kitzler – ARD-Korrespondent, Tel Aviv; Kirsten Krampe – Leiterin des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah