Leben in Gleichzeitigkeit
Rassismus verschwindet nicht von allein, sagt Tupoka Ogette. Aber wir können lernen, ihn wahrzunehmen und kritisch zu hinterfragen. In SWR Kultur spricht die Autorin über ihr neues Memoir „Trotzdem zuhause“.
„‚Zuhause‘ war für mich nie selbstverständlich. Es musste gesucht und erkämpft werden“, sagt sie. Das „Trotzdem“ im Titel stehe für Widerstand und für die Erfahrung, Zugehörigkeit immer wieder neu definieren zu müssen.
Ogette beschreibt sich als „Brückenmensch“. Als Tochter einer weißen Mutter und eines schwarzen Vaters, geboren in der DDR, später im Westen und in Tansania lebend, habe sie früh gelernt, in Spannungen zu stehen.
„Die Mitte der Brücke ist ein Ort großer Kraft, aber auch fragil“, sagt sie. Gleichzeitigkeit bedeute, verschiedene Perspektiven in sich zu tragen und Zugehörigkeit nicht als festen Zustand, sondern als Prozess zu begreifen.
Schreiben als Schutzraum
Schon als Kind schrieb sie. „Schreiben war ein Ort der Zuflucht und der Imagination“, sagt Ogette. In ihrem Memoir spricht sie auch über traumatische Erfahrungen, ohne Gewalt voyeuristisch auszubreiten. Ihr Fokus liege darauf zu zeigen, was Gewalt mit Menschen macht.
Auf die Frage, ob sich im Kampf gegen Rassismus etwas verändert habe, gibt sie die Verantwortung zurück: „Was hat sich für Sie verändert? Und was können Sie tun?“
Bücher über Rassismus und Diskriminierung
Schnitzel, Chagall und Schweizer Schickeria Zwischen Louis Vuitton und Latte Macchiato: „Daily Soap“ sprengt Klischees
Soap trifft Satire: Nora Osagiobares Debütroman erzählt von Rassismus, Affären und absurden Realitäten – made in Zürich.
Reportage von Nina Wolf