Fingernägelknabber-Literatur und rasante Romane

Zum Welttag des Buches: Fünf Bücher, die neue Leselust wecken

Sie hat lange kein Buch mehr richtig gepackt? Diese Romane zeigen, wie spannend Lesen sein kann – zum Welttag des Buches und darüber hinaus.

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Von Autor/in Nina Wolf

Der Hund muss raus, Mumps-Masern-Röteln befallen die Kinder, schon wieder Überstunden, weil der Kollege ausfällt, der morgen seinen Hamster beerdigt, der Geburtstag der besten Freundin steht auch schon wieder vor der Tür und eine Geschenkidee muss auch noch her.

Zum alltäglichen Wuseln kommen Kleinigkeiten wie die Weltlage, etwa Krieg und Kollaps. Wenn der Tag voll ist, ist der Kopf ist müde – und schon ist sie da, die Leseflaute.

Welttag des Buches
Welttag des Buches

Statt mit einem guten Buch, fallen Sie abends mit akutem Erschöpfungszustand in die Laken. Schämen Sie sich nicht, dieses Schicksal erlitten schon die eifrigsten Lesenden. Was dagegen hilft?

Die Leseflaute mit spannenden Geschichten bekämpfen

Wenn es plötzlich Tage, ja, sogar Wochen her ist, dass Sie zuletzt ein Buch zu Ende gelesen haben, braucht der Lesemuskel eine Trainingseinheit. Hierfür eignen sich Geschichten, die das Feuer wieder entfachen.

Zum Welttag des Buches möchten wir Werke empfehlen, die genau das können: Sie berühren, überraschen, fesseln – und daran erinnern, warum Literatur so eine besondere Kraft besitzt.

Und die Freundin? Die beschenken Sie zum Geburtstag einfach mit einem dieser spannenden Romane.

Fingernägelknabber-Literatur zum Gruseln - Susan Barkers „Old Soul“

Diesen Roman werden Sie nicht aus der Hand legen: Susan Barkers „Old Soul" ist eine Mischung aus Horrorroman über Identität, Vergänglichkeit und das Grauen des ewig Wiederkehrenden. Alles beginnt mit Jake, dessen Kindheitsfreundin unter mysteriösen Umständen umkam. Bei einer Japanreise trifft er Mariko, deren Bruder Lenas Schicksal teilte.

Bald stellt Jake fest, dass eine mysteriöse Fotografin mit allen Todesfällen zusammenhängt. Die Suche nach ihr führt in verschiedene Zeiten und Kulturen. Warum musste Lena sterben? Und was hat es mit der Frau auf sich, die nicht zu altern scheint? Dieser Roman ist eine Mischung für literarische Feingeister und Genre-Fans.

Geheimagentin in unklarer Mission: Rachel Kushner – „See der Schöpfung“

Eine undurchsichtige Geheimagentin namens Sadie Smith macht sich auf eine geheime Mission. In Rachel Kushners „See der Schöpfung" soll Smith eine Gruppe von radikalen Umwelt-Aktivisten in Südfrankreich unterwandern.

Der Spionageroman ist eine flirrende Geschichte mit gesellschaftlicher Brisanz, der sich auch mit großen Menschheitsfragen auseinandersetzt.

Zombies mit Gefühlen: Anne de Marcken – „Es währt für immer und dann ist es vorbei“

Mit den hirnlosen, dafür hirnfressenden Zombies à la „The Walking Dead“ hat die Heldin in Anne de Marckens Roman nicht viel gemeinsam. Sie ist untot und irrt als Zombie durch die Welt.

In ihrem Roman „Es währt für immer und dann ist es vorbei“ begleiten wir eine namenlose Zombie-Frau durch eine apokalyptische Welt. In ihrer Brust wohnt eine tote Krähe und ihre Sehnsucht zieht sie in Richtung Meer. Ein poetisches und trauriges Büchlein auf etwa 150 Seiten, das Clemens Setz übersetzte.

Eine Vorabend-Serie in Romanform: „Daily Soap“ von Nora Osagiobare

Soap trifft Satire: Dieser Debütroman erzählt rasant Themen wie Rassismus, Affären und Medienmechanismen. Nora Osagiobares „Daily Soap" ist einfallsreich, hat Biss und ist ein wildes Lesevergnügen – made in Zürich.

Bei ihrer Vision einer dystopischen Schweiz kann Ihnen das Lachen aber auch mal im Halse stecken bleiben ...

Fantasy und Sci-Fi im Distinktionsuniversum: Christian Krachts „Air“

Neues vom Popliteraten Christian Kracht: Mit „Air" legt er einen Roman vor, der sich lese wie Netflix schauen, meint unser Rezensent Carsten Otte.

Worum es geht? Der Schweizer Innenausstatter Paul lebt zurückgezogen in einer Kleinstadt auf dem schottischen Orkney-Archipel. Ein seltsamer Auftrag führt ihn zu einem riesigen Datenzentrum und in eine gewalttätige Fantasy-Welt.

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Nina Wolf