Das Festival About Pop soll Stuttgart und die Region 2026 wieder in eine gemeinsame Festivalbühne verwandeln. Aber nicht nur „live on stage“ werden Popkultur und Musik verschiedenster Genres gefeiert, auch in Clubs und Museen, in Parks und Jugendtreffs. Organisiert wird die About Pop vom Pop-Büro Region Stuttgart, auch SWR Kultur ist an der Veranstaltung beteiligt.
Popkulturelle Phänomene und die Musikindustrie
Das Festivalprogramm ist vielfältig: Neben Bühnenperformances stehen Lesungen, Vorträge und Workshops unter anderem zu Themen wie Männerbild oder Antisemitismus in der Musik auf dem Programm. Es geht um popkultuelle Phänomene und die Musikindustrie genauso wie um aktuelle politische und gesellschaftliche Debatten.
Größen wie Peaches und Nation of the Language
Das Festival gibt es seit 2019. In diesem Jahr findet die About Pop am ersten Tag gebündelt als dem Wizemann Areal in Stuttgart statt, am Samstag dann beteiligen sich verschiedene Spielstätten in Stuttgart und Umgebung.
Wer das Phänomen Peaches, die „Godmother des Electro-Punk“, live in Stuttgart erleben will, braucht viel Geduld: Sie performt am Freitag um 23:00 Uhr in der Halle im Wizemann. Vorher stehen mit dem New Yorker Trio „Nation of Language“ weitere Top-Acts auf der Bühne.
Aber auch gefeierte Newcomer wie das Berliner Duo „6euroneunzig“ sind zu sehen. Sie stehen für feministischen, selbstironischen Indie-Rap, der provozieren und Spaß machen soll.
Junge Talente aus der Region Stuttgart auf der Bühne
Im Studio im Wizemann tritt auch regionaler Nachwuchs an: die Stuttgarter Indiepop-Band „Zweifel“ genauso wie die Hip-Hop- und Deutschrap-Formation „Freundlich“ – auch aus der Landeshauptstadt.
Die 22-jährige „Uche Yara“ vermischt Genres wie Alternative Pop, R&B und Club Sounds zu einer neuartigen Klangwelt. Damit hat die Österreicherin schon Preise gewonnen und international auf sich aufmerksam gemacht.
„Get Well Soon“ im Park der Villa Reitzenstein
Auch andere Locations in der Stadt werden am Samstag bespielt, zum Beispiel das Stadtpalais mit Artists wie „Mind Enterprises“ aus Italien, die den Italo-Disco-Pop der 1980er Jahre huldigen und aktualisieren.
Der Kulturbunker wird genauso zur Bühne wie der Park der Villa Reitzenstein, der Amtssitz des Ministerpräsidenten. Hier spielt der Multiinstrumentalist Konstantin Gropper alias „Get Well Soon“ auf.
Neben der Fülle an Konzerten im Zwei-Tage-Festival wird im Rahmen des Convention-Programms eine Reihe an Veranstaltungen angeboten, die das Augenmerk auf Diversität, Teilhabe und Nachhaltigkeit legen sollen. So wird zum Beispiel ein Blick auf die vielfältige und spannende Musikszene im wenig bevölkerten Island geworfen: Welche Rolle spielt dort die Kulturförderung und was kann man daraus lernen?
Panel zu Antisemitismus im Pop
Beim Panel „Antisemitismus als popkulturelles Ereignis" wird beleuchtet, wie sich Pop, der einmal für ein emanzipatorisches Versprechen stand, zu einem Resonanzraum für antisemitische Codes und Narrative entwickeln konnte und wie dem begegnet werden kann.
Die Politikwissenschaftlerin Maria Kanitz, die zu dem Thema schon mehrere Bücher geschrieben hat, erklärte im SWR Kultur Gespräch vorab, dass in diesem Zusammenhang nicht alles mit Kunstfreiheit abgetan werden dürfe. Die Szene müsse klare Grenzen definieren.
Ziel von About Pop ist es, Räume für Austausch, Reibung und neue Perspektiven zu schaffen. Auf und neben der Bühne. Für junge Kreative ist es die Chance, sich einen Namen in der Musikbrache zu machen.