- Zum „Boss” wurde er ungewollt
- Missverstandener Hit: „Born in the U.S.A“
- Unermüdlich: Die Länge von Springsteens Konzerten
- Unerwarteter Gewinn: Der Oscar für „Philadelphia“
- Ungleiche Freunde: Springsteen und Barack Obama
Jetzt im Kino:
1. Zum „Boss” wurde er ungewollt
Bruce Springsteen ist auch bekannt als „The Boss“. Dabei mag er diesen Spitznamen eigentlich gar nicht. In den ersten Jahren seiner Karriere war Springsteen selbst derjenige, der das Geld aus den Auftritten mit seiner Band „Steel Mill“ – später der „E Street Band“ – verwaltete und die Gagen unter den Mitgliedern verteilte.
Daher begannen die Bandmitglieder, ihn scherzhaft „Boss“ zu nennen. Das hörte wohl ein Journalist im Jahr 1974 – und so setzte sich der Spitzname auch in der Öffentlichkeit durch. Mehrfach hat Bruce Springsteen erklärt, dass er die Figur des Chefs und Anführers, der über andere bestimmt, hasst.
„The Boss“ – dieser Spitzname hat mich mein ganzes Leben lang verfolgt, und das tut er immer noch.
Heute reagiert Springsteen milder: „Ich habe mich daran gewöhnt. Ich schätze, ich habe aufgegeben und mich einfach damit abgefunden“, erklärte er kürzlich in einem Podcast des „Hollywood Reporter“.
2. Missverstandener Hit: „Born in the U.S.A.“
„Born in the U.S.A.“, aufgenommen im Jahr 1984, wurde zu einem der bekanntesten Songs von Bruce Springsteen. Auch wenn der Titel zunächst Patriotismus suggerieren könnte, ist es in Wirklichkeit ein Protestsong.
Das Lied hinterfragt kritisch den amerikanischen Traum und Amerikas Kriegspolitik und rechnet mit der Regan-Ära ab. Zudem kritisiert Springsteen die wirtschaftliche Situation und die Desillusionierung und Traumatisierung von Vietnam-Kriegsveteranen nach ihrer Heimkehr.
Doch oft wurde der Song politisch missverstanden und instrumentalisiert: Bereits 1984 nutzte Ronald Reagan „Born in the U.S.A.“ im Wahlkampf. Auch Anhänger von Donald Trump spielten das Lied im Jahr 2020 vor dem Krankenhaus, in dem er wegen seiner Covid-Erkrankung behandelt wurde. Dabei äußerte sich Springsteeen mehrfach kritisch gegenüber Trump und dessen Politik.
3. Unermüdlich: Die Länge Springsteens Konzerte
„Es ist Bruce Springsteens Schuld“, sagte Paul McCartney scherzhaft im Podcast-Gespräch mit Moderator Conan O’Brien, als dieser ihn auf die Länge seiner eigenen Konzerte ansprach. Mit einem Augenzwinkern wirft McCartney seinem Freund vor, die Fans an marathonartige Auftritte gewöhnt zu haben – und diese erwarten das nun von allen Musikern.
Springsteen spielt bis heute bei seinen Live-Konzerten gewöhnlich drei bis vier Stunden, was nahezu einzigartig ist – insbesondere, wenn man bedenkt, dass er bereits 76 Jahre alt ist. Das längste Springsteen-Konzert fand 2012 in Helsinki statt: Es dauerte vier Stunden und sechs Minuten.
4. Unerwarteter Gewinn: Der Oscar für „Philadelphia“
Es war das erste Mal, dass Bruce Springsteen einen Song für einen Film schrieb – und gleich beim ersten Versuch gelang ihm der große Wurf. Für „Streets of Philadelphia“, das in der Titelsequenz des Films „Philadelphia“ mit Tom Hanks und Denzel Washington zu hören ist, gewann Springsteen 1994 den Oscar für den besten Song.
Auf dem Soundtrack des Films ist auch der Song „Philadelphia“ von Neil Young, der ebenfalls für den Oscar nominiert war. In seiner Dankesrede bei den Oscars sagte Springsteen: „Neil, ich teile ihn mit dir“. Darüber hinaus gewann Springsteen für den Song vier Grammys und einen Golden Globe.
5. Ungleiche Freunde: Springsteen und Barack Obama
Bruce Springsteen lernte den damaligen Senator Barack Obama 2008 kennen, als er während des Wahlkampfs für ihn auftrat.
Ihre Freundschaft wurde vor allem durch den gemeinsamen Podcast „Renegades – Born in the U.S.A.“ bekannt, der 2021 für große Aufmerksamkeit sorgte und erfolgreich lief. Darin unterhielten sich die beiden über die politische und gesellschaftliche Lage Amerikas sowie über ihre unterschiedlichen Lebensgeschichten.