Opernreise in die virtuelle romantische Natur
Von Frieder Reininghaus
Mit dem „Freischütz“ traf Carl Maria von Weber 1821 den Nerv einer Nation. Die Oper wurde zur Geburtsstunde des deutschen Nationalgefühls, tief verwurzelt im Symbol des „marschierenden Waldes“. Doch hinter der Jägerromantik verbirgt sich weit mehr als bürgerliche Idylle: Weber schuf ein psychologisches Gesamtkunstwerk voller Dämonie. Besonders die Wolfsschlucht-Szene setzte mit ihrem theatralen „Feuerzauber“ und visionären Klangfarben neue Maßstäbe. Zwischen volkstümlichem Liedgut und rücksichtslosem Grauen entwarf der Komponist eine Welt, die das Publikum bis heute packt und schüttelt.
(Teil 4, Sonntag, 28. Juni 2026, 15.04 Uhr)
Auschnitte aus dem Freischütz:
Max: Peter Schreier (Tenor)
Agathe: Gundula Janowitz (Sopran)
Ännchen: Edith Mathis (Sopran)
Kaspar: Theo Adam (Bass)
Kuno: Siegfried Vogel (Bass)
Ottokar: Bernd Weikl (Bariton)
Eremit: Franz Crass (Bass)
Kilian: Günther Leib (Bariton)
Samiel (Sprechrolle): Gerhard Paul
Staatskapelle Dresden
Leitung: Carlos Kleiber
Aufnahme aus dem Jahr 1973, Label: Deutsche Grammophon