Alte Musik

Chiara Margarita Cozzolani – Komponierende Nonne in der Barockzeit

Von Doris Blaich

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Chiara Margarita Cozzolani, Tochter einer reichen Mailänder Familie, nahm mit 18 Jahren den Schleier und lebte als Nonne im Benediktinerinnenkloster St. Radegonda, wo sie bis zur Äbtissin aufstieg. Sie leitete einen der beiden exzellenten Klosterchöre, die heftig miteinander rivalisierten. Die Chöre trugen wesentlich zum Prestige der Stadt bei: wenn Mailand hohen Besuch hatte, stand gerne ein Klosterkonzert auf dem Protokoll. Dem musikalisch erzkonservativen Erzbischof war so viel Glanz ein Dorn im Auge. Er strengte mehrere Gerichtsverhandlungen an, in denen Cozzolani das Kloster vertrat, und setzte schließlich ein Verbot mehrstimmiger Musik in St. Radegonda durch.

Musikliste:
Chiara Margarita Cozzolani:
"Domine ad adjuvandum me festina" Hymnus für Vokalensemble und Instrumentalensemble
"Salve, o regina" Motette für 2 Soprane und Instrumentalensemble
"Dixit dominus" Hymnus für Vokalensemble und Instrumentalensemble
"Beatus vir" Hymnus für Vokalensemble und Instrumentalensemble
"O quam bonus es" Motette für 2 Soprane und Instrumentalensemble
Magnificat für Vokalensemble und Instrumentalensemble Nr. 2

Alicia Amo, Natalie Pérez, Mathilde Etienne (Sopran)
Anthea Pichanik, Mélodie Ruvio (Alt)
Olivier Coiffet, Emiliano Gonzalez Toro (Tenor)
Renaud Delaigue, Victor Sicard (Bass)
I Gemelli
Leitung: Emiliano Gonzalez Toro

Erstmals publiziert am
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Autor/in
SWR