Gemeinsamkeiten, Schnittmengen, Gegensätze. Die Aufnahmegeschichte ist so bunt und so reich wie das pralle Leben. Deswegen lohnt ein Vergleich von Interpreten, die oft in einem Atemzug genannt werden oder aber für unterschiedliche Lebenswege, unterschiedliche Generationen, unterschiedliche Stile stehen. Im 20. Jahrhundert galten Vladimir Horowitz und Arthur Rubinstein oft Antipoden, bei Sviatoslav Richter und Emil Gilels wurde die so genannte "russischen Schule" zum gemeinsamen Nenner ihrer Herkunft. Zahlreiche Unterschiede bieten Friedrich Gulda und Alfred Brendel, die beide in Österreich ausgebildet wurden und vor allem als Beethoven-Interpreten bekannt sind. Claudio Arrau und Rudolf Serkin gelten beide als Vertreter großer Werktreue. Lilly Kraus und Ingrid Haebler schließlich repräsentieren zwei Künstlerinnen, für die das grelle Rampenlicht nie ein wichtiges Kriterium war.