"Durch seine Berühmtheit ausreichend bekannt", so steht es im österreichischen Reisepass von Franz Liszt. Und das ist nicht übertrieben. Denn noch vor Social Media ist Liszt ein Influencer und Europäer ersten Ranges. Von Konstantinopel bis Gibraltar sorgen seine akrobatischen Fingerverrenkungen für Begeisterungsstürme. "Lisztomanie" nennt Heinrich Heine diesen Hype, bei dem Frauen in ekstatischer Verehrung sogar in Ohnmacht fallen. Selbst Haarsträhnen oder Zigarettenstummel des Virtuosen werden reliquiengleich verehrt. Grund genug, Liszt durch sein Leben zu begleiten und ihn als visionären "Grenzgänger" und Wegbereiter der Moderne neu zu entdecken.