Scream: Michael Jackson unter Druck
Das Verrückte ist: Ausgerechnet ihr einziges großes Duett ist einer der persönlichsten Songs, die Michael Jackson je aufgenommen hat. Mitte der 1990er steht Michael Jackson massiv unter Druck. Die Boulevardmedien stürzen sich auf alles: Gerüchte, Schlagzeilen, Vorwürfe – egal ob belegt oder nicht.
Michael Jackson fühlt sich regelrecht verfolgt. "Scream" wird seine Antwort darauf. Im Grunde schreit er zurück.
Freitags Musik aus dem Jahrzehnt der Gegensätze
Die Musikwelt wurde vielfältiger, experimenteller – und manchmal auch ziemlich verrückt. Im Musikclub 90er nehmen wir euch mit auf eine Reise durch dieses Jahrzehnt. | ARD Sounds
Scream: Janet Jackson stellt sich an Michaels Seite
Michael entwickelt in dieser Zeit eine Abhängigkeit von Medikamenten, muss sogar seine Welttournee absagen und zieht sich für einen Entzug außerhalb der USA zurück. Selbst da hört es nicht auf. Teile der Boulevardpresse machen daraus praktisch eine Jagd.
Es gab damals sogar Aktionen, bei denen Menschen Preise gewinnen konnten, wenn sie richtig vorhersagten, wo Michael Jackson als Nächstes auftauchen würde. Deshalb wollte Janet ihren Bruder unterstützen und schreibt am Song mit.
Scream: Michael Jacksons Antwort auf eine Hetzjagd
Der Titel sagt eigentlich schon alles: "Scream", auf Deutsch "Schrei". Das ist kein Song nach dem Motto: "Jetzt erkläre ich mich." Es ist eher ein Befreiungsschlag. Michael macht die Medien für ihr Verhalten direkt verantwortlich.
Wenn man sich den Text anschaut, merkt man: Da verteidigt sich jemand nicht mit Argumenten. Da schreit jemand Frust, Wut und Erschöpfung raus. Zeilen wie "Stop pressuring me", "Hört auf mich unter Druck zu setzen", sind ziemlich eindeutig.
Eigentlich versucht Michael, sich seine eigene Stimme zurückzuholen, nachdem er das Gefühl hatte, dass andere längst seine Geschichte für ihn erzählen. Seine Schwester Janet stellt sich dabei hörbar an seine Seite. Deshalb wirkt der Song auch nicht wie ein typisches Pop-Duett, sondern eher wie zwei Geschwister gegen den Rest der Welt.
Scream: Teuerstes Musik-Video der Geschichte
Im Video schweben Janet und Michael in einem futuristischen Raumschiff herum, springen Wände hoch, meditieren, spielen Tennis. Es ist komplett verrückt. Und es ist vor allem unglaublich teuer. Rund sieben Millionen Dollar fallen an Produktionskosten an. Bis heute gilt "Scream" als teuerstes Musikvideo aller Zeiten und hält einen "Guinness-Weltrekord".