Eric Clapton ist jetzt seit gut 60 Jahren im Geschäft und hat bisher rund 115 Millionen Alben im Laufe seiner Karriere verkauft. Was macht den Sänger und Gitarristen zu einem so starken Musiker, der sich über Jahrzehnte im Geschäft hält?
"Mister Slowhand" feiert 80. Geburtstag
Für den Erfolg Eric Claptons kommen mehrere Faktoren zusammen: Er ist einfach ein guter Musiker, ein guter Gitarrist – und er war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. In den 60er-Jahren als Musiker in London zu starten, ist einfach ein guter Ort. Er hat sich engagiert und hat in verschiedenen Bandformationen gespielt.
So spielt er zum Beispiel auf dem Weißen Album der Beatles mit, hatte aber auch seine eigenen Bandprojekte wie Cream. Er war einfach in der Szene; hatte außerdem Freunde, die ihn auch über schwere Zeiten getragen haben.
Über all die Jahrzehnte als Musiker hat er sich auch entwickelt und sich dem Zeitgeist angepasst – und das wurde auch belohnt. Dreimal ist er als Musiker in die Rock 'n' Roll Hall of Fame aufgenommen worden – einmal als Mitglied von Cream, von The Yardbirds und eben auch als Solo-Künstler.
Als Solo-Künstler steht Clapton auch mit 80 Jahren immer noch auf der Bühne und reist durch die ganze Welt. Auf seiner Webseite sind Termine in Japan, in den USA, in Italien, Frankreich und auch drei in seinem Wohnzimmer in der Royal Albert Hall in London aufgelistet.
Besonderer Konzertmoment mit "Layla"
Er hat also richtig Lust, zu spielen und Musik zu machen, was man auch auf seinen Konzerten spürt. Ich habe ihn vor ein paar Jahren in Mannheim gesehen und da ist was sehr Schönes passiert: Er hat seinen Mega-Hit "Layla" zweimal gespielt! Einmal ganz normal und ganz typisch in der Unplugged-Version, weil das in Deutschland die viel erfolgreichere Version war. Und plötzlich gegen Ende des Sets hat er das Anfangsriff in der elektrischen Version gespielt!
Die Band hat sich kurz zurecht geruckelt und ist dann in den Song mit eingestiegen. Auch im Publikum hat man gespürt, dass man erstmal verstehen musste, was hier gerade passiert.
Eric Clapton und seine Nervenkrankheit
Zwei Jahre später habe ich Paul Carrack getroffen, der an dem Abend an der Hammondorgel gesessen hatte und habe ihn gefragt, warum Clapton das gemacht hat. Er sagte, wenn Clapton spürt, dass seine Finger es zulassen, dann nutzt er das auch! Clapton leidet an einer Nervenstörung, die zu Wahrnehmungsstörungen und Schmerzen führen kann. Dadurch ist es ihm nicht immer möglich, so schnelle Tonfolgen auf der Gitarre zu spielen.
SWR1 Meilensteine Podcast zu "Unplugged" von Eric Clapton
Doch wenn es seine Finger zulassen und er einen guten Tag hat, dann nutzt er das aus! Dann spielt er auch seine Songs, die ihm immer noch Spaß und Freude bereiten. Und dann spielt er "Layla" eben auch zweimal an einem Abend!