Klavier üben in der virtuellen Welt
Robert Schäfer ist Chief Digital Officer beim Mainzer Schott-Verlag – und damit verantwortlich für die digitale Verlagswelt. Über die App „Oktav“ öffnet er die interaktive Notenausgabe von Mozarts „Türkenmarsch“: „Man sieht unser vom Verlag verabschiedetes Druckbild, kann aber auch die Noten abspielen, sich Loops setzen, man hat ein Metronom, das man hinzufügen kann, kann sich Notizen einzeichnen. Es gibt viele interaktive Möglichkeiten um sich die Noten zu erarbeiten.“
Klavier üben per App. Auch Hintergründe zum „Türkenmarsch“ und Tipps zu Fingersätzen und Handstellung kann ich mir in der virtuellen Welt von „Oktav“ holen – per Video mit einer „echten“ Klavierlehrerin.
KI soll zukünftig Feedback geben
In Zukunft soll das E-Learning-Angebot sogar noch interaktiver werden. Das Stichwort sei Künstliche Intelligenz, erklärt Robert Schäfer: „Dass man eine direkte Rückmeldung bekommt, ob man alle Töne getroffen hat, ob man im Rhythmus geblieben ist, wie gut das Spiel ist.“
Ein Ersatz zum Klavierunterricht an einer Musikschule soll die App aber nicht sein, beteuert er. Eher eine Ergänzung. Das gilt auch für jene Lernwilligen, die es noch nicht so mit Notenlesen haben: Für die gibt’s auf „Oktav“ visuelle Hilfestellungen.
Ob Chopin-Preludes oder aktuelle Charthits
Seit acht Jahren hat sich das österreichische Start-up „Oktav“ auf solche E-Learning-Angebote spezialisiert. Und natürlich auf die digitalen Notenausgaben dazu:
„Unter ‚Explore‘ kann man die ganzen Notenausgaben entdecken nach verschiedenen Genres. Ob man jetzt an Chopin-Preludes interessiert ist oder in die Charts reingucken möchte, welche Pop- oder Filmmusiktitel momentan am gefragtesten sind und die ausprobieren“, sagt Schäfer.
Nutzerverhalten kennen lernen und Produkte optimieren
Rund 2.000 Klavierstücke hat „Oktav“ von Schott schon übernommen. Damit ist der altehrwürdige Musik-Verlag nach 250 Jahren endgültig in der digitalen Zukunft angekommen.
„Nicht zuletzt ist es auch interessant für uns als Marktforschung“, sagt Robert Schäfer, „weil wir hier erstmals genau sehen können, wie unsere Inhalte genutzt werden und unsere Produkte optimieren.“