- So hart arbeitete Tom Jones vor seiner großen Karriere
- Durchbruch im verrauchten Arbeiterclub
- Den Plattenfirmen war Jones zu wild, zu laut, zu sexy
- Die Zeit mit Elvis und in Las Vegas
- Tom Jones und die Queen
- Das Comeback mit "Sexbomb"
Am 7. Juni 2025 wird der Weltstar Tom Jones 85 Jahre alt. Seine Karriere begann schon vor über 60 Jahren. Mit dem Song "It's Not Unusual" stürmte er erstmals die Hitparaden. Das war im Jahr 1965. An den Ruhestand denkt er nicht. Solange seine Stimme es mitmacht, möchte er auf der Bühne stehen.
So hart arbeitete Tom Jones vor seiner großen Karriere
Sein Leben begann ganz unscheinbar am 7. Juni 1940. Thomas Jones Woodward – so sein echter Name – wuchs im kleinen Ort Pontypridd in Süd-Wales auf. Seine Leidenschaft für die Musik entdeckte er schon früh. In der Kirche, in der Schule, beim Kinderchor – überall sang er und er ließ keine Gelegenheit für einen Auftritt aus. Keine Bühne? Kein Problem: Zu Hause baute er sich einfach eine eigene – mit den Gardinen aus dem Wohnzimmer.
Kurz nach seiner Schulzeit heiratete Tom Jones mit nur 16 Jahren seine Jugendliebe Melinda Rose "Linda" Trenchard. Ein Jahr später kam der gemeinsame Sohn Mark zur Welt. Tom Jones war noch jung, aber voller Verantwortung. Um die Familie zu versorgen, arbeitete er hart. Er war Handschuh-Zuschneider, Staubsauger-Vertreter und Bauhilfsarbeiter.
Durchbruch im verrauchten Arbeiterclub
Nach der Arbeit widmete er sich seiner großen Liebe außerhalb der Familie: der Musik. Rock’n’Roll, Soul und Blues waren seine Vorlieben. Er sang für Kleingeld und zwischendurch herunter gekippte Drinks und spielte Schlagzeug in verschiedenen Arbeiterclubs von Wales. Einer Region, die auch andere große Künstler wie Bonnie Tyler und Duffy hervorgebracht hat.
1963 gründete er seine Band: "Tommy Scott & The Senators". Die Leute fingen an, über ihn zu reden. Dann kam der Abend, der alles veränderte. Der erfolgreiche Musikmanager und Songwriter Gordon Mills saß im Publikum. Er erkannte sofort das Potential des jungen Mannes.
"Mir war schon nach den ersten Takten klar, dass diese Stimme den Mann zum größten Sänger der Welt machen würde."
Den Plattenfirmen war Tom Jones zu wild, zu laut, zu sexy
Bei Gordon Mills war er in besten Händen. Er erfand den Künstlernamen "Tom Jones" und ging mit ihm nach London. Eine Plattenfirma zu finden war jedoch schwierig. Denn die Bosse lehnten ab. Jones' Stimme passte nicht zum Trend der Zeit. Sein Gesang war ihnen zu rau und zu kräftig. Und seine Show war viel zu sexbetont.
Nach langer Suche gelang es doch noch, einen Plattenvertrag abzuschließen. Aber die erste Single "Chills and fever" (1964) wurde ein Reinfall. Doch bereits ein Jahr später gelang mit "It’s Not Unusual" – aus der Feder seines Entdeckers – sein erster großer Hit.
"It’s Not Unusual" war ein Erfolg mit Anlaufschwierigkeiten. Die BBC lehnte den Titel erst als "zu heiß" ab. Der Piratensender "Radio Caroline" jedoch bewarb die Platte, was zum Durchbruch führte.
Die Zeit mit Elvis und in Las Vegas
Seine Schallplatten traten weltweit einen Siegeszug an. Und seine früheren Vorbilder wie Jerry Lee Lewis und Elvis Presley zählten bald zu seinen Fans. Besonders mit Elvis entwickelte sich eine wahre Freundschaft. Vor seinen eigenen Auftritten wärmte dieser seine Stimme mit Tom’s "Delilah" auf und als 1966 "Green, Green Grass Of Home" erschien, rief Presley persönlich bei Rundfunkstationen an, um sich das Lied zu wünschen.
1967 führten Jones' Wege erstmals nach Las Vegas. Seine Bühnenshows mit viel Sex-Appeal brachten das weibliche Publikum in Wallung: hautenge Hosen, weit geöffnete Hemden, volle Brustbehaarung. Die Damenwelt war elektrisiert und warf nicht nur Blumen, sondern auch Dessous oder den Hotelzimmerschlüssel auf die Bühne. Der "Tiger", wie er bis heute genannt wird, hatte es an die Weltspitze geschafft.
Tom Jones und die Queen
Eine besondere Auszeichnung bedeutete für ihn, als bei seinem Auftritt im Londoner Palladium am 13. November 1967 die königliche Familie im Publikum saß. "Schwinge nicht zu sehr mit den Hüften! Du musst Dich zusammenreißen, wenn Du vor unserer Queen erscheinst", mahnte ihn vor dem Auftritt sein Manager. Er trug einen Smoking, zeigte sich wie ein Gentleman und Queen Elizabeth II. applaudierte.
1999 verlieh im die Königin in Anerkennung seiner Verdienste um die Musik den "Order of the British Empire" und adelte ihn 2006 mit dem Ritterschlag.
In den 70ern wurde es ruhiger um Tom Jones
In den 1970er Jahren wurden seine Plattenumsätze rückläufig, so dass Tom Jones seinen Schwerpunkt auf Clubauftritte verlegte. Er zog in die Vereinigten Staaten und arbeitete mit berühmten Songwritern wie z.B. Johnny Bristol zusammen an Country-Music-Stücken. Ein schwerer Verlust war 1986 der Tod seines langjährigen Managers Gordon Mills.
Das Comeback von Tom Jones mit "Sexbomb"
Ab 1987 sorgten TV-Shows, neue Duette und moderne Produktionen für eine neue Welle der Begeisterung. Durch die Zusammenarbeit mit aktuellen Künstlern gelang ihm der Zugang zu neuen Publikumsschichten.
Sein musikalisches Image wurde auf die Höhe der Zeit gebracht und als einer der größten Fans entpuppte sich Popstar Robbie Williams, der ihn als "absolute Legende" bezeichnete.
Spätestens seit dem Welthit "Sexbomb" im Jahr 1999 oder "Burning Down The House" (mit "The Cardigans") und "Mama Told Me Not To Come" (mit den Stereophonics) weiß auch die heutige Generation, wer Tom Jones ist.