Fußball

FCK-Torwarttrainer Sören Rittmeier: "Man muss schon positiv bekloppt sein!"

Seit dieser Saison ist Sören Rittmeier Torwarttrainer bei den Roten Teufeln. Im SWR Sport Podcast "Nur der FCK" spricht er über die Anforderungen an seine Keeper und warum man für den Job positiv bekloppt sein muss.

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"Wir haben den Punkt mitgenommen. Es war vielleicht nicht das schönste Spiel, aber am Ende steht die Null. Das ist natürlich für den Torwarttrainer und den Torhüter immer besonders schön", fasst Sören Rittmeier die Nullnummer von Bielefeld im SWR Sport Podcast "Nur der FCK" zusammen. Für den Auftritt gab es von Presse und Fans viel Kritik, zum Unverständnis von Chefcoach Torsten Lieberknecht. Der hatte nach dem Spiel betont, seine Mannschaft habe mal ein völlig anderes Gesicht zeigen und italienisch verteidigen wollen.

Das Verteidigen ist den Roten Teufeln auch gelungen in Bielefeld. Nach vorne lief aber wenig bis gar nichts zusammen. Aus Sicht von Torwarttrainer Rittmeier hatte das 0:0 aber definitiv etwas Gutes: "Wir hatten diese Saison noch nicht viele Zu-null-Spiele, von daher tut das auch mal gut."

Sören Rittmeier war zwar selbst Torhüter, aber nie Profi. Sehr schnell zeichnete sich bei ihm ab, dass er Torwarttrainer werden möchte. Über einen Kontakt im Studium ging es für ihn zu seiner ersten Station im Nachwuchs des VfL Bochum. Über die NLZs in Essen und Leverkusen führte ihn sein Weg in dieser Saison auf den Betze. FCK-Sportdirektor Marcel Klos holte Rittmeier nach Kaiserslautern.

FCK mauert in Bielefeld - DEIN FCK #175 | SWR Sport

Jedes Gegentor ist eine Niederlage

Sören Rittmeier spricht aus, was wahrscheinlich alle Torhüter fühlen: "Jedes Gegentor ist trotzdem auch eine Niederlage, auch wenn man 3:1 oder 4:1 gewinnt." In der Analyse müsse man Gegentore immer im einzelnen betrachten: "Wie sind sie gefallen? Hätte der Torhüter was besser machen können?" Diese Analyse fiel nach dem Pokaldebakel von Berlin besonders intensiv aus. "Das ist maximal bitter. Sechs Gegentore ist schon eine harte Kost."

Besonders bitter war der Abend für Lauterns Nummer 2 Simon Simoni. Der Keeper hatte in dieser Saison in den Pokalspielen und beim Ligaspiel in Düsseldorf Spielzeit bekommen. Dass er dann in einem Spiel gleich sechs Gegentore bekommt, ist für den Schlussmann maximal enttäuschend gewesen. Unmittelbar nach dem Spiel habe Rittmeier versucht, seinen Keeper aufzubauen und das Spiel schnell abzuhaken.

FCK Torwart-Trainer Sören Rittmeier mit seiner Nummer 1, Julian Krahl
FCK Torwart-Trainer Sören Rittmeier mit seiner Nummer 1, Julian Krahl.

Julian Krahl ist die Nummer 1 beim FCK

Klar ist: Auch unabhängig von der Pokalblamage ist Julian Krahl aktuell die Nummer 1 der Roten Teufel. "Nichtsdestotrotz hat Simon die Aufgabe, von hinten Druck zu machen." Sobald Krahl mal Anzeichen von Schwäche zeige, sei es Simonis Aufgabe, bereit zu sein. Denn auch wenn Krahl der Stammkeeper sei, habe dieser auch Bereiche, in denen noch mehr Potential stecke. Ein Punkt, der bei ihm immer wieder kritisiert wird, ist das Spiel mit dem Fuß. Dass er da noch Luft nach oben hat, hat Krahl bei seinem Besuch im "Nur der FCK"-Podcast selbst eingeräumt.

Torwarttrainer Rittmeier sagt dazu: "Ich bin mit Jule immer im Austausch, was er besser machen kann. Ich kann die Kritik verstehen, weil Ende der letzten und Anfang dieser Saison Situationen dabei waren, die waren nicht perfekt gelöst. Trotzdem sehe ich es bei ihm so, dass er eine gewisse Beidfüßigkeit hat. Er kann mit links und rechts den Ball weit über die Mittellinie schlagen und somit Gegenspieler überspielen." Wenn es um das Passspiel gehe und darum, den richtigen Fuß seiner Mitspieler anzuspielen, habe er noch Potential. "Grundsätzlich glaube ich, dass Jule kein schlechter Fußballer ist. Der kann das." Es gehe vor allem auch um das richtige Risikomanagement: Wann werde welcher Ball gespielt? Mit einem oder zwei Kontakten?

Torhüter beim FCK müssen auch nach Gerry Ehrmann positiv bekloppt sein

Sören Rittmeier tritt mit seinem Job beim FCK in große Fußstapfen - so wie alle Torwarttrainer, die nach der Ära von Gerry Ehrmann auf dem Betze arbeiten. Dessen ist sich Rittmeier bewusst. Und was schon zu Zeiten von Ehrmann galt, gilt auch heute noch für die Torhüter: "Man muss schon positiv bekloppt sein. Man stellt sich nicht umsonst in ein Tor und lässt sich abschießen, am besten mit allen Körperteilen, die man hat. Egal ob es das rechte oder das linke Ohr ist."

Welche Rolle der Kopf bei Torhütern spielt, wie die jungen Torwart-Talente sich beim FCK beweisen können und was sich auf dem Transfermarkt tun könnte, hören Sie jetzt in der neuen Folge "Nur der FCK". Überall da, wo es Podcasts gibt und direkt über den folgenden Link:

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