So lief die VfB-Saison bisher
Mit 26 Punkten nur drei Punkte Rückstand auf einen Champions-League-Platz, im Viertelfinale des DFB-Pokals bei Holstein Kiel und in der Europa League auf Kurs Richtung Zwischenrunde: die bisherige Bilanz des VfB Stuttgart sieht sehr ordentlich aus. Nun folgt direkt zum Jahresstart ein Mammutprogramm, das bei den Schwaben alle fordern wird.
Ermedin Demirovic vor Comeback "Sind nicht so weit weg": VfB Stuttgart geht selbstbewusst ins Topspiel bei Bayer Leverkusen
Die Bundesliga beendet ihre kurze Winterpause - und der VfB Stuttgart muss im Topspiel beim Tabellendritten Bayer 04 Leverkusen ran. Trainer Sebastian Hoeneß freut sich auf die anspruchsvolle Aufgabe.
Leverkusen als Auftakt, Frankfurt zuhause in der Englischen Woche, danach Union Berlin (18.1.), das letzte Auswärtsspiel in der Gruppenphase bei der AS Rom, Gladbach (A), Young Boys Bern (H), Freiburg (H), das Pokal-Viertelfinale in Kiel, St. Pauli (A), Köln (H) und Heidenheim (A) bis Mitte Februar - mindestens elf Spiele in nur sechs Wochen werden die Hoeneß-Elf sowohl körperlich, als auch mental extrem fordern. Umso wichtiger wäre es, die Europa-League-Playoffs zu vermeiden und direkt ins Achtelfinale einzuziehen. Andernfalls kämen nochmal zwei Spiele hinzu.
In die Belastungssteuerung reingefunden
Dass der VfB mit Belastungen umgehen kann, hat er in der zweiten Jahreshälfte 2025 bereits bewiesen: Nur zwei Niederlagen aus den letzten zehn Pflichtspielen, dazu zwei deutliche Siege in der Europa League (4:0 in Deventer, 4:1 gegen Tel Aviv) ließen das Pendel der Schwaben in die richtige Richtung ausschlagen. Mit Platz neun in der Europa League haben sich die Stuttgarter vor den letzten beiden Gruppenspielen in Lauerposition gebracht, die K.O.-Runde ohne Playoffs zu erreichen. Im Pokal wurden Mainz (2:0) und Bochum (2:0) souverän besiegt, einzig beim mühevollen Erstrundensieg bei Eintracht Braunschweig (8:7. im Elfmeterschießen) drohte dem Pokalsieger früh ein Stolperstein.
Die Transferbilanz des VfB Stuttgart
Wie würde der VfB Stuttgart den Last-Minute-Rekordwechsel von Nick Woltemade zu Newcastle United verschmerzen können? Diese Frage wurde Ende des Sommers in Bad Cannstatt häufiger gestellt. Dass der beliebte Hüne nicht Eins zu eins ersetzt werden kann, war von Beginn an klar - und doch managte der VfB den Abschied auffällig gut. Allen voran zu nennen ist bei den Neuzugängen Bilal El Khannouss. Der Marokkaner, der derzeit beim Afrika Cup im eigenen Land spielt und den Stuttgartern schmerzlich fehlt, hat mit sechs Scorerpunkten voll eingeschlagen. Sowohl in der Bundesliga als auch der Europa League mutierte El Khannouss früh zum Spiel-Entscheider.
Ebenso ließ Chema Andres aufhorchen, den der VfB für rund drei Millionen Euro von Real Madrid loseiste. Der 20-jährige Youngster zeigte starke Leistungen und verdrängte ab und an sogar Kapitän Atakan Karazor aus der Startelf. Rückkehrer Tiago Tomas erzielte bislang immerhin drei Saisontore, war zuletzt jedoch häufig angeschlagen, Rechtsverteidiger Lorenz Assignon fand zuletzt immer besser ins VfB-Gefüge.
Dass der VfB mit Jeremy Arévalo einen Stürmer aus der zweiten spanischen Liga verpflichtet hat, zeigt: Einerseits soll ein weiterer Stürmer mit Potenzial aufgebaut werden und mögliche Verletzungslücken gestopft werden, andererseits aber fehlt es dem VfB offenbar weiter an Stärke aus dem eigenen Nachwuchs.
Demirovic ist wieder da
Dennoch: Die Transferbilanz und die Kompensation von Nick Woltemade sind dem VfB meiner Meinung nach erstaunlich gut gelungen. Das lag auch am Lauf von Ermedin Demirovic zu Saisonbeginn (fünf Torbeteiligungen in sechs Partien) und dem Aufblühen von Deniz Undav, inklusive sechs auffeinanderfolgender Tore in 3 Partien für die Schwaben. Dass Ermedin Demirovic pünktlich zum ersten Pflichtspiel 2026 bei Bayer Leverkusen (Samstag, 18:30 Uhr) wieder fit ist, spielt dem VfB in die Karten. Der bullige Angreifer hat Extraschichten eingelegt, um an seine Form aus dem Herbst anzuknüpfen. Der Bosnier ist quasi ein weiterer VfB-Neuzugang.
Fußball-Bundesliga VfB-Angreifer Demirovic vor Comeback - Die Rückkehr eines Besessenen
Ermedin Demirovic steht nach vier Monaten Verletzungspause beim VfB Stuttgart vor seinem Comeback. Eine gute Nachricht - für ihn und sein Team.
Was ist drin für den VfB Stuttgart?
Bekommt der VfB seine Form konserviert und seine Stärke auf den Rasen, mache ich mir um den VfB Stuttgart keine Sorgen. Sebastian Hoeneß ist seit mehr als zweieinhalb Jahren Trainer der Schwaben, schafft es immer wieder, seine Truppe neu zu motivieren und spielerisch weiterzuentwickeln. Aussetzer wie beim 1:2 gegen den Hamburger SV sollten die Ausnahme bleiben. Außer gegen Bayern München (0:5) steht mittlerweile auch die Abwehr gefühlt besser als in der Vorsaison. Das Potenzial für eine weitere Erfolgssaison und möglicherweise ein weiteres Pokal-Endspiel in Berlin ist da.
Auch in Europa stehen dem VfB alle Türen offen, diesmal die Gruppenphase zu überstehen und international aufhorchen zu lassen. Im Kerngeschäft Bundesliga gilt es, früh die Weichen zu stellen. Dann bin ich mir sicher: Auch dieses Jahr wird der VfB Stuttgart im internationalen Geschäft landen und vielleicht sogar um die Champions-League-Plätze mitspielen.