Mythos Mond: Hat der Vollmond Einfluss auf unser Leben?
Der Mond steuert Ebbe und Flut auf der Erde. Auch habe der Mond dafür gesorgt, dass sich die Erdrotation verlangsamt, sagt Astrophysikerin Jana Steuer. Darüber hinaus sehen manche Menschen aber noch deutlich mehr Zusammenhänge – insbesondere mit dem Vollmond:
- Es würden mehr Kinder geboren
- Bei Vollmond schlafe man schlechter
- Es sollten keine Operationen stattfinden, wenn Vollmond ist
- Landwirtschaftliche Felder sollten nach dem Mondkalender bestellt werden
Es handelt sich bei all dem um Mythen, ohne wissenschaftlichen Nachweis, so Jana Steuer.
Es kann natürlich psychologisch sein. Wenn man sich denkt, 'Ah, jetzt ist Vollmond, jetzt kann ich bestimmt schlecht schlafen', dass man dann einfach schlecht schläft.
Ein Effekt könne auch durch das stärkere Licht des Vollmonds entstehen. Wer lichtempfindlich ist und ohne Vorhänge oder Rollläden schläft, schläft dann eventuell schlechter.
Die Astrophysikerin erklärt: Die Mondphasen bedeuten nur, wie viel vom Mond wir beleuchtet sehen. Der Mond selbst verändert sich nicht. Er könne allerdings von der Erde aus unterschiedlich groß erscheinen. Deshalb gibt es den sogenannten "Supermond" und "Mikromond", je nachdem, ob er besonders nah oder weit entfernt ist.
Man tut niemandem weh, wenn man an Astrologie glaubt oder nach Vollmond oder Halbmond sein Feld bewirtschaftet. Nur man muss klar trennen zwischen beweisbaren Fakten und einer persönlichen Meinung. [...] Das kann ich nicht auf die gleiche Stufe setzen.
Als Menschen verbunden mit dem Weltall
Wir Menschen haben durchaus eine Verbindung zum Weltraum. Das liege daran, dass die schweren Elemente in uns, wie Kohlenstoff und Eisen, in "lange vergangenen Sternen erbrütet" wurden. Das sei eine Realität, so Jana Steuer.
Wir sind zu einem großen Anteil Sternenstaub. Und dieses Gefühl, 'das da oben hat was mit mir zu tun', das ist schon richtig. Wir setzen es dann nur manchmal in Bahnen, die vielleicht ein bisschen unwissenschaftlich sein können.
Beeindruckende Reise zum Mond: die Artemis 2 Mission
Die Artemis 2 Mission war ein bemannter Flug zum Mond im April 2026. Jana Steuer verfolgte die Mission live. Ein Moment, der sie dabei besonders berührte, war, als die Crew meldete, dass sie einen neu entdeckten Mondkrater "Carroll" nennen möchte. Der Name der an Krebs verstorbenen Frau des Kommandanten Reid Wiseman.
Ich hatte wirklich Tränen in den Augen, weil man in dem Moment gemerkt hat: Da sind vier Leute, die sind so weit von der Erde entfernt, wie noch nie jemand zuvor. Und das ist so menschlich, es ist so schön, es ist so von Liebe geprägt. Das fand ich toll.
Rein wissenschaftlich sei der Erkenntnisgewinn der Artemis 2 Mission "mittelmäßig" gewesen, ordnet Jana Steuer ein. Schließlich würden wir unseren Mond kennen und waren schon einmal dort. Viel bedeutender sei das große Zeichen, das von der Mission ausging. Es sei eine Wiederkehr zur bemannten Raumfahrt, mit dem langfristigen Ziel eine Mondbasis aufzubauen.
Wissenschaftlich besonders interessant sei dabei, ein Teleskop auf der von der Erde abgewandten Seite aufzubauen. Dadurch könne man sehr viele Daten aufnehmen, ohne von der Erde "gestört" zu werden. Jana Steuer schätzt, dass dies in den nächsten 50 bis 60 Jahren umgesetzt werden könnte.
Astronomie und Astrologie: Was sagt unser Sternzeichen?
Die Astrologie deutet Zusammenhänge zwischen astronomischen Ereignissen und Vorgängen auf der Erde. Am bekanntesten ist sicherlich die Zuordnung eines Sternzeichens zum Geburtstag.
Die Idee dabei: Das persönliche Sternzeichen ist das Sternbild, in dem bei der Geburt die Sonne steht. Dies sei allerdings vor 2.000 Jahren festgelegt worden. Seitdem habe sich die Dynamik der Erde verändert. Daher seien die meisten Menschen inzwischen nicht mehr das Sternzeichen, das ihnen zugeschrieben wird, sondern – bezogen auf die Himmelskonstellation bei der Geburt – das vorherige.
Es gibt inzwischen ein 13. Sternbild. Wer Anfang Dezember geboren wurde, ist eigentlich 'Schlangenträger'.
Jana Steuer: Forschung zu Exoplaneten und der Traum vom All
Exoplaneten sind Planeten, die um andere Sterne und nicht um die Sonne kreisen. Sie befinden sich entsprechend außerhalb unseres Sonnensystems und sind extrem vielfältig.
So gebe es sogenannte "Super-Puffs", mit ganz geringer Dichte, die man sich wie Zuckerwatte vorstellen könne. Genauso gibt es ganz dichte Gesteinskugeln. Auf einem sehr heißen Eisen-Planeten regne es beispielsweise sogar Eisen – kein Planet, auf dem Leben zu erwarten wäre.
Jana Steuers Traum wäre es, einen anderen Ort im All mit ersten Anzeichen für Leben zu finden. Das sei nicht einfach, hätte aber fundamentale Bedeutung, ist sie überzeugt.
Ich glaube, das würde für uns als ganze Menschheit ganz viel bedeuten, wenn wir auf einmal wüssten: Da sind noch andere irgendwo.
Außerdem würde sie gerne einmal selbst in den Weltraum fliegen. Das sei zwar sehr unbequem und man dürfe es nicht romantisieren. Doch sie wäre bereit, die Strapazen auf sich zu nehmen.
Die Erde mal von außen zu sehen, das wäre mein großer Traum. Diesen Überblick zu gewinnen, der verändert was in Menschen. Das berichten alle Astronauten, die es erlebt haben.