Die Welt ist im Wandel. Und sie ist in Aufruhr. Während ein Krieg in Europa und Konflikte auf der ganzen Welt uns auch ganz konkret betreffen, verunsichern uns eine sich wandelnde Gesellschaft und verschwindende Gewissheiten. Nicht wenige Menschen sind in Sorge um die eigene Zukunft und die ihrer Kinder und Enkelkinder.
Die Sehnsucht nach Altbewährtem
Viele sehnen sich nun nach Altbewährtem und damit nach der Vergangenheit. Transformation in Wirtschaft und Gesellschaft ist im öffentlichen Diskurs in den Hintergrund geraten. Der Ruf nach Handlung und Verantwortung der Politik wird lauter. Maike Sippel möchte all dem etwas entgegensetzen.
Es ist eine enkeltaugliche Zukunft, die wir schaffen müssen. Ich würde schon sagen, dass ich meine Aufgabe darin sehe, das Wissen, das es in der Wissenschaft gibt, auch zu transportieren und nutzbar zu machen, sodass in der Gesellschaft danach gehandelt werden kann.
Die Professorin für Nachhaltigkeit an der Universität Konstanz stammt aus dem Bodenseekreis und hat Architektur am KIT in Karlsruhe studiert. Nach ihrer Promotion in Wirtschaftswissenschaften spezialisierte sie sich auf die Themen Transformation und Nachhaltigkeit, u.a. in der Verwendung von Energieressourcen. Ein Thema, das angesichts der Folgen globaler Krisen aktueller nicht sein könnte.
Die super Chance, die jetzt besteht: Dass wir mit den Energien aus Sonne und Wind, also mit diesen erneuerbaren Energien, eine total überlegene Technologie haben, die nicht nur billiger ist, sondern auch lokale Wertschöpfung erzeugt, die uns unabhängig macht von fossilen Importen. Von daher sehe ich da eine sehr große Chance, dass das eine saubere Entwicklung wird, die große Teile der Menschheit machen können.
Wie also kann ein Wandel gelingen? Wie können wir selbst initiativ werden und nicht nur warten, wann und wie die Politik handelt? Das besprechen wir mit Maike Sippel in SWR1 Leute.
Wenn man sich die Ergebnisse ansieht aus der Klimawissenschaft, dann zeigen die uns ganz klar, dass wir jetzt in diesen Jahren die Weichen stellen dafür, wie dieses Leben auf der Erde weitergeht, die nächsten tausende Jahre. Da liegt natürlich eine enorme Verantwortung, dass wir jetzt auch die richtigen Entscheidungen treffen und dass wir die auch schnell treffen.