Von Trump lernen: Gute Vorsätze 2026 nicht zu ernst nehmen

Gute Vorsätze für 2026 sollten Sie nicht zu ernst nehmen. Der US-Präsident erteilt hierzu eine wichtige Lektion, erklärt Pascal Fournier in seiner Kolumne. Feedback? Gerne! kolumne@swr.de

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Von Autor/in Pascal Fournier

Halten Sie noch durch? Gehen Sie noch dreimal die Woche spazieren? Oder wenigstens einmal pro Woche? Essen Sie weniger, gesünder? Spielen Sie was mit der Familie, statt zu daddeln? Lesen statt Glotze? Sport statt Couch? Es ist die zweite Januar-Woche - theoretisch sollte zumindest der eine oder andere gute Vorsatz aus der Silvesternacht noch halbwegs aktuell und lebendig sein…

Umfragen zufolge wollen in diesem Monat 25 Prozent der Bundesbürger einen "dry january" einlegen, also auf Alkohol verzichten. Rund ein Drittel plant im "veganuary" einen mehr oder weniger konsequenten Fleischverzicht für einen Monat. Und dann gibt’s ja noch die Klassiker der hehren Vorsätze: Rauchen aufhören, mehr Bewegung, vielleicht mal nett zu anderen Leuten sein. Alles gute Ideen, keine Frage! Und ganz ehrlich: toitoitoi für die Umsetzung!

Andererseits… was soll‘s! Gute Vorsätze? Pfff! Wozu?

Die diesjährige Neujahrsbotschaft von US-Präsident Trump - gepostet durch seine Sprecherin - lautete: "Peace on Earth". Kein Scherz. Und wenn man sich anschaut, wie Trump das keine 36 Stunden danach mit Leben gefüllt hat, Stichwort: Venezuela - Respekt! So viel Scherben muss man erstmal produzieren. Und… Papierschnipsel. Die kläglichen Überbleibsel des Völkerrechts… "Peace on Earth" - so geht das mit den guten Vorsätzen! Das darf man alles nicht so eng sehen. Schließlich sollen gute Vorsätze das Leben auf längere Sicht leichter und besser machen; Verbissenheit ist da nicht zielführend, da kommt man mit Pragmatismus bis Skrupellosigkeit deutlich weiter. Vielleicht sogar zu Grönland…

Wenn man dann noch das desolate Auftreten der Europäer angesichts dieses US-Gebarens mit 'reinrechnet, den Krieg in der Ukraine, die Lage im Iran, die strauchelnde Wirtschaft, Berlin ohne Strom, Kommunen ohne Geld, das Winterwetter, ich persönlich würde noch den bevorstehenden Karneval und die Olympischen Spiele hinzufügen – naja… vermutlich ist es angesichts all dessen nicht so schlimm, wenn Ihnen das Sport- oder Abstinenz-Gelübde inzwischen zu schwer geworden ist. Wissen Sie was? Weg mit dem Ballast!

"Wahre dir den vollen Glauben an diese Welt trotz dieser Welt!" riet einst Theodor Fontane. OK - versuchen wir’s einmal mehr mit Optimismus! Noch rund 350 Tage bis 2027. Prost. Von mir aus auch alkoholfrei!