BW-Abfallbilanz 2024

Durchschnittliche Müllgebühr um sechs Euro gestiegen - trotz weniger Müll

2024 kamen in BW knapp eine Million Tonnen weniger Müll als noch 2023 zusammen. Mit "richtiger Mülltrennung" könnten Haushalte laut Umweltministerium Geld sparen.

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Stand

Von Autor/in Filiz Kükrekol

Die kommunalen Entsorger haben laut der jährlichen Abfallbilanz des Umweltministeriums im vergangenen Jahr insgesamt rund 8,5 Millionen Tonnen Abfälle angenommen, knapp eine Million weniger als noch 2023. Pro Einwohner kamen damit 338 Kilogramm Abfall zusammen. Darunter waren Rest- und Sperrmüll, Abfälle aus der Biotonne sowie Wertstoffe.

Abfallgebühren um 6 Euro gestiegen - Mülltrennung kann Geld sparen

2025 lag die durchschnittliche Jahresabfallgebühr für einen Vier-Personenhaushalt in Baden-Württemberg laut Umweltministerium bei 196,70 Euro. Eine Steigerung von 6 Euro im Vergleich zu 2024. Gründe hierfür seien allgemeine Preissteigerungen im Personal- und Energiebereich, aber auch geringere Erlöse für Wertstoffe, so Umweltstaatssekretär Andre Baumann (Grüne). So kamen pro Einwohner im vergangenen Jahr 116 Kilogramm Restmüll zusammen, drei Kilo mehr als 2023. Restmüll wird thermisch verwertet, also verbrannt. Weniger sei hier mehr, so Staatssekretär Baumann.

Jede Bürgerin und jeder Bürger kann eben auch die eigenen Gebühren reduzieren, indem sie richtig trennen und in die Restmülltonne nur das reinschmeißen, was da reingehört.

Ganz anders beim Biomüll: Der wird laut Abfallbilanz zu 74 Prozent energetisch verwertet, in Vergärungsanlagen zu Energie umgewandelt, also zu Strom, Wärme oder Bioerdgas. Der Rest werde in Kompostierungsanlagen biologisch verwertet und zu Dünger oder Blumenerde aufgearbeitet, hieß es. Mehr Biomüll sei also besser für die Klimaziele - und für den Geldbeutel, betonte Baumann und forderte eine konsequente Mülltrennung. Die Abgabe von Biomüll sei deutlich günstiger, in einigen wenigen Landkreisen auch kostenlos, und belaste den Restmüll nicht, der gewogen wird, erinnerte Baumann. 

Unwetter: Mehr Sperrmüll zum Beispiel im Rems-Murr-Kreis

Die Menge an Sperrmüll war im vergangenen Jahr im Schnitt etwas höher. Mit einem Plus von 38 Prozent sei aber deutlich mehr Sperrmüll im Rems-Murr-Kreis angefallen. Im Umweltministerium führt man das auf die großen Schäden durch Starkregen und Überflutungen in der Region zurück.

Bei den Baumassenabfällen sind die Rückgänge mit fast 26 Prozent am größten. Es werde konjunkturell bedingt weniger abgerissen und gebaut, so der Staatssekretär. Es gelten aber auch neue Beschränkungen: Nicht verunreinigter Bodenaushub gilt in Baden-Württemberg als verwertbar und soll auf der Baustelle verwendet werden.

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Erstmals publiziert am
Stand
Onlinefassung
Marc-Julien Heinsch
SWR-Redakteur Marc-Julien Heinsch
Autor/in
Filiz Kükrekol
SWR-Redakteurin Filiz Kükrekol aus der SWR-Redaktion Landespolitik

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