Teurer Asphalt wegen hoher Rohöl-Preise

Bauwirtschaft in Baden-Württemberg spürt Folgen des Irankriegs

Wegen der gestiegenen Rohölpreise wird auch Bauen immer teurer. Straßenbauer können die Preise oft nicht direkt an die Kunden weitergeben. Das ist ein Problem.

Teilen

Stand

Von Autor/in Theresa Rauffmann, Thorsten Weik

Die Folgen des Irankriegs werden an immer mehr Stellen zum Problem: Verbraucherinnen und Verbraucher spüren die hohen Spritpreise an den Tankstellen schon lange. Aber auch in der Bauwirtschaft wirken sich die höheren Rohölpreise aus - insbesondere im Straßenbau.

Eberhard Köhler, Geschäftsführer der Schneider GmbH in Öhringen spürt das schon. Der Grund: Bitumen, ein Bestandteil des Asphalts, der aus Rohöl hergestellt wird. "Bei uns ist der Preisanstieg bei 80 bis 100 Prozent für das Bitumen und damit wird das Material spürbar teurer."

Höhere Preise können für aktuelle Aufträge oft nicht weitergegeben werden

Durch die Kostensteigerungen stimmen die Kalkulationen nicht mehr. Aktuelle Aufträge wurden vor Monaten vergeben - jetzt schießen die Preise in die Höhe. Köhlers Kunden im Straßenbau kommen häufig aus den öffentlichen Haushalten.

Das Budget reiche nicht für die Fläche, die sie vorgesehen hätten, sagt er. "Wenn das ganze Material um diesen Betrag teurer wird, wird weniger Fläche machbar sein."

Hoher Dieselpreis belastet Bauunternehmen

Nicht nur der Bitumenpreis belastet die Bauunternehmen. Auch der hohe Dieselpreis drückt auf die Kosten. Beim Straßenbau werden viele Maschinen und LKW bewegt, die etwa frischen Asphalt vom Asphalt-Werk holen. Hergestellt wird Asphalt mit fossilen Energien unter viel Hitze.

Die aktuellen Preissprünge setzen Bauunternehmer unter Druck. Normalerweise könnten sie die unmittelbare Preisentwicklung einigermaßen kalkulieren.

Bei solche Preissprüngen wie jetzt, die auf externen Gründen basieren, könne das vorher aber nicht eingepreist werden, sagt Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg.

Für das gleiche Geld wird weniger gebaut

Eigentlich sollte mit dem Sondervermögen des Bundes mehr Infrastruktur, vor allem Brücken und Straßen, saniert werden. Davon sei man nun aber weiter entfernt als gedacht.

Die Mittel im Verkehrs- und Autobahnbereich seien nicht höher als in den Vorjahren, sagt Möller. "Wenn dann noch gestiegene Preise hinzukommen, bauen wir für das gleiche Geld weniger."

Heilbronn

Folgen des Iran-Kriegs Hohe Dieselpreise belasten Landwirtschaft in BW

Die Energiekrise trifft die Landwirtschaft besonders stark. Vor allem kleinere Betriebe leiden darunter. Es könnte eines der teuersten Jahre für die Landwirte werden.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Stuttgart

Nach Eskalation in Nahost Vergeltungsschläge möglich? Innenminister warnt wegen Iran-Krieg vor möglichem Terror in BW

Innenminister Strobl warnt nach der Eskalation im Nahen Osten vor Vergeltungsaktionen in BW. Sind die iranischen Gemeimdienste auch bei uns aktiv?

Straubenhardt

Benzin für 1,87 Euro Sprit plötzlich günstig: Sofort lange Autoschlangen an Tankstelle in Straubenhardt

Drei Stunden lang war Benzin an einer Tankstelle im Enzkreis plötzlich "günstig". Der Konzern Shell spricht von einem "Preisfehler". Die Autofahrer tankten, so lange es ging.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Theresa Rauffmann
Thorsten Weik
Portrait

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!