Am Donnerstag wurde der "Kinderrechte-Index 2025" in Berlin vorgestellt. Grundlage ist die UN-Kinderrechtskonvention, die in Deutschland seit 33 Jahren gilt. Baden-Württemberg zeigt deutliche Stärken, zugleich sieht das Deutsche Kinderhilfswerk in mehreren Bereichen noch einigen Verbesserungsbedarf. Bundesweit befindet sich BW im Mittelfeld.
Kinderrechte in BW: Angemessener Lebensstandard
Gute Chancen haben baden-württembergischen Kinder laut Teilindex "Recht auf einen angemessenen Lebensstandard". "Besonders hervorzuheben sind hier beispielsweise das Landesprogramm 'Starke Kinder - chancenreich' als Strategie zur Kinderarmutsprävention", heißt es in der Mitteilung.
Daneben fallen die Förderung kommunaler Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut sowie die vergleichsweise geringe Jugendarbeitslosigkeitsquote positiv auf. "Auch beim Recht auf Ruhe und Freizeit, Spiel und Erholung sowie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben hebt sich Baden-Württemberg positiv ab", sagt Anne Lütkes, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderhilfswerks.
Nachholbedarf bei frühkindlicher Bildung und kindgerechter Justiz
Lütkes betont: Kein Bundesland setze die Kinderrechte umfassend um. Schwachpunkte seien unter anderem frühkindliche Bildung, sowie kindgerechte Justiz und Verwaltung. Außerdem brauche es eine ressortübergreifende Kinder- und Jugendpolitik in allen Bundesländern. Viel Luft nach oben sei auch bei der verpflichtenden Entwicklung von Kinderschutzkonzepten in schulischen Bereichen.
Wir hoffen sehr, dass Baden-Württemberg den Kinderrechte-Index 2025 zum Anlass nimmt, seine kinderrechtlichen Bemühungen zu verstärken.
"Föderaler Flickenteppich": In Deutschland sind Kinderrechte ungleich
Im Gesamtergebnis schneiden den Angaben zufolge Berlin, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein und Thüringen überdurchschnittlich ab. Das bedeutet, dass in diesen Bundesländern die Kinderrechte vergleichsweise am besten umgesetzt werden. Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen liegen im Durchschnitt. Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Sachsen-Anhalt werden als unterdurchschnittlich eingeordnet. Man stehe nach wie vor "vor einem föderalen Flickenteppich", so Vizepräsidentin Lütkes.
Der "Kinderrechte-Index 2025" zeige ganz deutlich, dass die Chancen eines Kindes nicht nur vom Elternhaus abhängen, sondern auch "regional sehr unterschiedlich verteilt" seien. Von gleichwertigen Lebensverhältnissen könne insbesondere bezogen auf die Kinderrechte keine Rede sein, betonte sie.