Wer viel mit dem Fahrrad fährt, hat einen gutes Gefühl dafür, wie es um den Radverkehr im Land steht. Auch wenn mit Karlsruhe, Freiburg, Tübingen und Rutesheim vier der 18 bundesweit fahrradfreundlichsten Städte in Baden-Württemberg liegen, kann nicht überall im Land so entspannt in die Pedale getreten werden. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat zwar punktuelle Verbesserungen registriert, aber keine flächendeckenden Veränderungen. Eine Anfrage der SPD-Fraktion, die dem SWR vorliegt, zeigt außerdem, dass das Landesverkehrsministerium von seinen Zielen beim Radwegausbau weit entfernt ist: Bis 2023 wurden demnach nur rund 40 Kilometer Radweg an Bundes- und Landstraßen fertiggestellt. Der Bedarfsplan umfasst aber 2.000 Kilometer Radweg bis zum Jahr 2040.
Menschen würden nicht nur sichere und bequeme Radwege erwarten, sondern gerade in der Stadt eine Infrastruktur, die das Fahrrad als echtes Alltagsverkehrsmittel unterstütze - zu Recht, findet BW-Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). Schließlich gehöre das Fahrrad zum wirksamen Klimaschutz dazu. Viele Städte im Land haben sich aber auf einen fahrradfreundlicheren Weg gemacht, heißt es vom Ministerium. "Wir sind auf gutem Weg, aber mit viel Luft nach oben", sagte auch die Vize-Hauptgeschäftsführerin des Städtetags, Susanne Nusser.