Neue Hebesätze 2025

Grundsteuer im Bundesländervergleich: In BW zahlt man fast am meisten

Im Länder-Vergleich der Grundsteuer ist Baden-Württemberg von Platz 2 auf den vorletzten Platz abgerutscht. Der Eigentümerverband Haus & Grund sagt: Die Schmerzgrenze sei erreicht.

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Von Autor/in Linda Molitor

Der Verband Haus & Grund hat von einem Tochterunternehmen des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) ausrechnen lassen, in welchen Orten bundesweit die Grundsteuer im Durchschnitt am meisten gestiegen ist.

Viele Städte in BW: hohe Steigerungen bei der Grundsteuer

Die Top-Fünf-Liste des Vergleichs über alle Bundesländer liest sich wie ein Städtetrip durch Baden-Württemberg: Mannheim, Tübingen, Stuttgart, Heidelberg, Karlsruhe. Hier müssen Haus- oder Wohnungseigentümer bis zu 900 Euro mehr Grundsteuer zahlen als im Vorjahr. Spitzenreiter bei den Gesamtkosten ist Tübingen, mit fast 1.400 Euro Grundsteuer pro Jahr.

Laut Eigentümerverband Haus & Grund ist Baden-Württemberg im Ranking der Bundesländer von Platz 2 in der vergangenen Erhebung auf den vorletzten Platz abgerutscht - mit einer durchschnittlichen Grundsteuer pro Jahr von 787 Euro. Der Verband kritisiert: Das wertorientierte Modell in Baden-Württemberg habe dem Bundesland einen beispiellosen Abstieg im Ranking beschert - und viele Einsprüche.

Die einfachen Modelle in Niedersachsen und Bayern führten dagegen zu fairen Steuern.

Grundsteuer in BW: Grundstücke mit Garten stark belastet

Seit dem 1. Januar 2025 gilt eine bundeseinheitliche Regelung zur Berechnung der Grundsteuer für Wohngrundstücke. Aber 7 der 16 Bundesländer gehen aufgrund einer Öffnungsklausel angepasste oder individuelle Wege.

Baden-Württemberg hatte das neue Grundsteuer-Modell des Bundes zum Jahresanfang angepasst und wollte es einfacher machen - dadurch kommt es jetzt nicht mehr auf den Grundstückstyp an, sondern nur noch auf Bodenrichtwerte und den kommunalen Hebesatz.

Das belaste vor allem Hauseigentümer mit Garten und Grundstücksbesitzer, so Haus & Grund. Die gestiegenen Kosten träfen aber auch Mieterinnen und Mieter - durch die Kostenumlage des Vermieters auf die Nebenkosten - unmittelbar.

Landtag stimmt für Gesetzesänderung Grundsteuer soll für Landwirte und Waldbesitzer gerechter werden

Kommt es zu starken Abweichungen bei der Grundsteuer-Berechnung, sollen Besitzerinnen und Besitzer von land- und forstwirtschaftlichen Flächen jetzt dagegen vorgehen können. Das hat der BW-Landtag beschlossen.

Klagen zur Grundsteuerreform laufen

Das Grundsteueraufkommen der Gemeinden sollte nach der Reform unterm Strich in etwa gleich hoch sein. Das bedeutet aber nicht, dass das auch für einzelne Bürgerinnen und Bürger gilt: Es kommt durchaus zu individuellen Verschiebungen bei der Kostenbelastung durch neue Grundsteuerwerte. Einer zahlt weniger, eine andere mehr.

Bei einigen Kommunen fallen die Grundsteuer-Einnahmen insgesamt aber - anders als zulässig - doch höher aus als vor der Reform. Bundesweit laufen deswegen zurzeit mehrere finanzgerichtliche Verfahren, in denen die Verfassungsmäßigkeit der Grundsteuerreform angezweifelt wird.

Haus & Grund ist der größte deutsche Eigentümerverband. Er vertritt die Interessen von Haus- und Wohnungsbesitzern und hat die Grundsteuer-Reform des Bundes immer wieder kritisiert.

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Marktcheck SWR

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