Protest gegen Ermittlungen mögliche Ursache

"CDU-Eierhäuser" auch in BW: Was hinter der Umbenennung der Geschäftsstellen steckt

In Baden-Württemberg und weiteren Bundesländern sind CDU-Geschäftsstellen auf Google Maps als "Eierhaus" zu finden gewesen. Wie kam es zu den neuen Namen?

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Von Autor/in Max Schäfer, Laura Grabowski

Wer in den vergangenen Tagen auf dem Kartendienst "Google Maps" unterwegs war und nach Geschäftsstellen der CDU gesucht hat, konnte mancherorts eine seltsame Namensänderung feststellen: Die Einrichtungen einiger Orts- und Kreisverbände in Baden-Württemberg waren jeweils als "CDU-Eierhaus" zu finden. Betroffen hat das etwa Verbände in Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim. Am Freitag waren zum Beispiel noch der Kreisverband Böblingen, der Stadtverband Neckarsulm oder die CDU in Schorndorf umbenannt.

CDU-Geschäftsstellen bei "Google Maps" als "Eierhaus" bezeichnet

Nicht nur die CDU Baden-Württemberg ist von den Umbenennungen betroffen - auch in anderen Bundesländern waren die Einrichtungen der Parteigliederungen auf Google Maps als "CDU-Eierhaus" zu finden, wie das Onlinemedium "Watson" zuerst berichtete. Wer hinter den neuen Namen steckt, ist unklar. Wahrscheinlich ist, dass es kein Scherz zu Ostern ist, sondern einen politischen Hintergrund hat.

Der Stuttgarter Kreisvorsitzende Maximilian Mörseburg riet auf SWR-Anfrage zu Gelassenheit bei solchen Aktionen: "Einige finden es lustig, den Humor von anderen trifft es vielleicht nicht. Deswegen: Gelassenheit auf der einen Seite. Aber auf der anderen Seite: Wir haben doch gar keine Zeit, uns mit so was zu beschäftigen in der aktuellen Lage." Dem stimmte der Kreis-Geschäftsführer der CDU Stuttgart, Hendrik Warda, zu. Er sagte dem SWR, dass man wohl keine weiteren rechtlichen Schritte verfolgen werde. Der Name des Kreisverbands sei schnell wieder geändert worden - und damit sei das Thema für die CDU in Stuttgart erst einmal abgehakt.

Karlsruher CDU-Politikerin Schütz kritisiert Protestaktion

Bei der CDU in Karlsruhe herrschte dagegen Unverständnis. "Wer meint, politische Auseinandersetzungen auf dieses Niveau herabziehen zu müssen, schadet nicht einzelnen Parteien, sondern unserem demokratischen Miteinander insgesamt", sagte Katrin Schütz aus dem Kreisvorstand der Union in Karlsruhe dem Medium "ka-news". Eine lebendige Demokratie lebe vom offenen Austausch unterschiedlicher Meinungen. "Sie lebt aber ebenso von gegenseitigem Respekt", so die CDU-Politikerin.

Protest gegen Wehrdienst wahrscheinlich Anlass für "CDU-Eierhäuser"

Naheliegend ist, dass die Aktion aus den "Schulstreiks gegen die Wehrpflicht" entstanden ist. Bei den Protesten gegen den Wehrdienst hat sich der Slogan "Merz leck Eier" verbreitet. Anlass waren Ermittlungen der Polizei gegen einen 18-Jährigen, der bei einer Veranstaltung in Berlin ein Plakat mit dieser Aufschrift getragen hatte. Die Polizei beschlagnahmte das Schild und leitete Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der "üblen Nachrede und Verleumdung gegen Personen des politischen Lebens ein", wie ein Sprecher sagte.

Die Organisatoren der "Schulstreiks gegen die Wehrpflicht" listen die Ermittlung als Repression gegen ihren Protest auf. Sie ist über die Internetseite "leck-meine-eier.de" erreichbar. Manchmal führt der Link allerdings auch auf eine offizielle Seite von Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz. Dort sind dessen Foto und Lebenslauf zu sehen.

Der Protestslogan "Merz leck Eier" spielt seitdem auch im Internet eine Rolle, besonders in den sozialen Medien. Das Netzwerk der Schulstreiks fordert dazu auf, dort Beiträge und Videos mit der Phrase als Hashtag zu teilen, "um die Schulstreiks bekannter zu machen".

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Autor/in
Max Schäfer
Bild von SWR-Redakteur Max Schäfer.
Laura Grabowski

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