Hintergrund ist das neue Wehrdienstgesetz, das seit Januar gilt. Es sieht eine verpflichtende Musterung für junge Männer ab dem Geburtsjahr 2008 vor.
Proteste lokal organisiert
Die Streiks werden überwiegend lokal organisiert. Laut Wehring gibt es bereits mehr als hundert Schulstreikkomitees. „Es ist eine Bewegung von Schülerinnen und Schülern selbst“, sagt der Zwölftklässler. Beim letzten Protest im Dezember gingen Zehntausende Jugendliche auf die Straße. Die Initiatoren sprechen deshalb von einer neuen Jugendbewegung gegen die Wehrpflicht.
Friedensbildung statt Militarisierung
Die Kritik richtet sich nicht nur gegen die Musterung, sondern gegen eine zunehmende Militarisierung im Bildungsbereich. „Die Aufrüstung liegt nicht in unserem Interesse“, sagt Wehring. Die Aktivisten fordern Investitionen in Bildung statt in Verteidigung und setzen sich für bundeswehrfreie Schulen ein. Unterstützt wird der Protest unter anderem von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.
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